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Russische Rekruten : Mit eigenem Schlafsack in den Krieg

Russische Rekruten steigen in Krasnodar in einen Bus. Bild: AP

Während Präsident Putin an diesem Freitag Russlands neueste Anschlüsse feiert, trübt vor allem der Unmut über die Mobilmachung die Stimmung.

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          An diesem Freitag, ab 15 Uhr russischer, 14 Uhr deutscher Zeit, wird im Kreml gefeiert: Präsident Wladimir Putin lädt russische Parlamentarier sowie „Oberhäupter“ der besetzten Gebiete im Osten und Süden der Ukraine in seinen Amtssitz. Dort sollen, bestätigte Putins Sprecher am Donnerstag Medienberichte, „Verträge“ über den „Beitritt“ der insgesamt vier Gebiete zu Russland unterzeichnet werden. Dmitrij Peskow kündigte einen „umfangreichen“ Auftritt Putins an.

          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Die Regie dürfte bemüht sein, an die Inszenierung von Putins Rede zur Annexion des ersten ukrainischen Landesteils, der Krim, am 18. März 2014 im prächtigen Georgijewski-Saal des Kremls anzuknüpfen. So wie schon die Inszenierung der jüngsten „Referenden“ in den Gebieten Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja respektive deren russisch kontrollierten Teilen an das Geschehen vor achteinhalb Jahren anknüpfen sollte: Auch auf der ukrainischen Halbinsel gab es ein „Referendum“ mit „Zustimmung“ nahe der 100-Prozent-Marke, dann eine Putin-Rede und einen „Beitrittsvertrag“, später die Billigung durch beide Parlamentskammern. Auch die Wortwahl er­innert jetzt an die von 2014: Von „Wiedervereinigung“ ist die Rede, denn Putin hat als Devise ausgegeben, Gebiete, die von Zaren und Sowjetführern regiert wurden, „zurückzuholen“. Erst einmal sollen die neuen Annexionen am kommenden Montag vom Unter-, tags darauf vom Oberhaus gebilligt werden.

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