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Russische Orthodoxe Kirche : Beten verboten!

Einen Kirchenbann hat er nicht ausgesprochen, isoliert steht er dennoch: Moskaus Patriarch Kirill am Montag in Minsk. Bild: AP

Im Streit mit dem Patriarchat von Konstantinopel hat die Russische Orthodoxe Kirche ihren Gläubigen den Besuch von Gottesdiensten in Kirchen des Patriarchats untersagt. Es geht dabei nicht um Glaubensfragen – sondern um Einfluss.

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          Der heilige Berg Athos in Griechenland ist für die Orthodoxen dieser Welt ein überaus wichtiger Ort. „Orthodoxer Vatikan“ wird das Ensemble von zwanzig Klöstern genannt, es ist ein wichtiges Pilgerziel – auch für Russlands Elite. Präsident Wladimir Putin war schon zwei Mal dort, Generalstaatsanwalt Juri Tschajka gab 2006 in einem Interview an, er fahre dorthin, sooft es gehe, um „geistig aufzutanken“. Und kremlnahe Wirtschaftsgrößen wie Konstantin Malofejew und Arkadij Rotenberg haben den Wiederaufbau von Klöstern auf Athos finanziell unterstützt.

          Katharina Wagner

          Wirtschaftskorrespondentin für Russland und die GUS mit Sitz in Moskau.

          Kirchenrechtlich gesehen, gehört der Berg Athos allerdings nicht zur Russischen Orthodoxen Kirche, sondern zum Patriarchat von Konstantinopel. Nun hat am Montagabend die Russische Orthodoxe Kirche auf einer Synode beschlossen, die Beziehungen zu Konstantinopel vollständig abzubrechen. Denn Konstantinopel unterstützt die Bildung einer eigenständigen (autokephalen) Kirche in der Ukraine, was Moskau als unrechtmäßige „Invasion“ Konstantinopels auf sein kirchenrechtlich festgeschriebenes Territorium ablehnt.

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