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Russische Journalistin : Fünf Mal schuldig im Mordfall Politkowskaja

  • Aktualisiert am

Fünfmal schuldig: Am Mittwoch wird das Urteil gegen die Angeklagten gesprochen (Archivbild vom 4. Juni 2013) Bild: AFP

Im Prozess um den Mord an der russischen Journalistin Anna Politkowskaja hat ein Moskauer Gericht alle fünf Angeklagten schuldig gesprochen. Wer das Attentat in Auftrag gegeben hat, bleibt bis heute ungeklärt.

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          Wegen des Mordes an der russischen Journalistin und Regierungskritikerin Anna Politkowskaja vor mehr als sieben Jahren sind am Dienstag alle fünf Angeklagten schuldig gesprochen worden. Ein Schwurgericht in Moskau sah es als erwiesen an, dass die Männer in das Attentat im Oktober 2006 verwickelt waren, wie die Nachrichtenagentur Interfax am Dienstag meldete. Die Verkündung des Urteils, das auf den Schuldsprüchen aufbaut, ist nach Informationen der Zeitung „Nowaja Gaseta“ für Mittwoch angesetzt.

          „Wir sind mit dem Urteil einverstanden, aber den größeren Teil der Schuld tragen andere“, sagte Politkowskajas Sohn Ilja. Die Verteidigung kündigte hingegen an, in Revision zu gehen. Der Sprecher der Ermittlungsbehörde, Wladimir Markin, sagte nach dem Urteil, die Untersuchungen in dem Mordfall seien weiter nicht abgeschlossen.

          Politkowskaja war am 7. Oktober 2006 im Flur vor ihrer Moskauer Wohnung erschossen worden. Sie hatte unter anderem über Menschenrechtsverletzungen während des Kriegs in Tschetschenien berichtet.

          Auftraggeber bleibt unbekannt

          Wegen der Tat mussten sich drei Brüder aus Tschetschenien, ihr Onkel sowie ein früherer Moskauer Polizeioffizier vor Gericht verantworten. Bei Rustam Machmudow handelt es sich nach Auffassung der Geschworenen um den Todesschützen. Seine Brüder Dschabrail und Ibragim sowie die beiden anderen Angeklagten wurden wegen Beteiligung an der Planung des Mordes schuldig gesprochen.

          Ibragim und Dschabrail Machmudow waren wie der ehemalige Polizist Sergej Chadschikurbanow in einem vorherigen Prozess im Jahr 2009 freigesprochen worden. 2010 kassierte Russlands Oberster Gerichtshof das Urteil jedoch und ordnete einen neuen Prozess an. Ende 2012 wurde dann der frühere Polizist Dmitri Pawljutschenkow zu elf Jahren Haft verurteilt, nachdem er in einer Abmachung mit der Anklage eingeräumt hatte, die Mordwaffe organisiert und dem Mörder übergeben zu haben. Wer den Mord an der Journalistin in Auftrag gegeben hat, ist bis heute ungeklärt.

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