https://www.faz.net/-gpf-a1g2y

Gruppe aus Kreml-Umfeld : Russische Hacker greifen Corona-Forscher an

Britische Medien berichteten unter Bezug auf Sicherheitskreise, dass eine Hacker-Gruppe namens APT29 westliche Corona-Forscher ausspioniert hat. Bild: dpa

Ziel der Spionage waren nach Erkenntnissen westlicher Geheimdienste Wissenschaftler und Unternehmen, die Corona-Impfstoffe entwickeln. Der britische Außenminister warf „russischen Akteuren“ zudem Einmischung in die vergangene Parlamentswahl vor.

          1 Min.

          Nach Angaben britischer, kanadischer und amerikanischer Geheimdienste haben Hacker aus dem Umfeld der russischen Regierung westliche Wissenschaftler und Unternehmen ausspioniert, die mit der Entwicklung von Corona-Impfstoffen beschäftigt sind. Britische Medien berichteten unter Bezug auf Sicherheitskreise, dass eine Gruppe namens APT29 hinter den Angriffen stehe, die „so gut wie sicher“ Teil des russischen Geheimdienstes sei. Ob Moskau so in den Besitz nützlicher Informationen kommen konnte, blieb unerwähnt.

          Jochen Buchsteiner

          Politischer Korrespondent in London.

          Ebenfalls am Donnerstag warf der britische Außenminister Dominic Raab „russischen Akteuren“ vor, sich in die britischen Unterhauswahlen im Dezember eingemischt zu haben. Moskau habe sich „rechtswidrig“ in den Besitz sensibler Staatsdokumente gebracht, sagte Raab. Dabei handelt es sich um Protokolle von Handelsvorgesprächen zwischen London und Washington, die zunächst erfolglos auf der Internetplattform Reddit veröffentlicht wurden. Später seien „weitere Versuche unternommen worden, um das Material im Wahlkampf bekanntzumachen“.

          Der britische Außenminister Dominic Raab

          Die Labour Party hatte mit den Protokollen ihren Wahlkampfvorwurf unterstützt, dass in den Freihandelsgesprächen auch über den staatlichen Gesundheitsdienst NHS verhandelt werde. Raab sah zwar „keine Anhaltspunkte für eine breite russische Kampagne gegen die Wahl“, bezeichnete aber „jeden Versuch, sich in unsere demokratischen Prozesse einzumischen“, als „absolut inakzeptabel“.

          In der kommenden Woche wird ein Bericht des britischen Geheimdienstausschusses erwartet. In dem seit Monaten von der Regierung zurückgehaltenen Dossier, das subversive Aktivitäten Moskaus im Königreich ausleuchtet, sollen auch die Beziehungen wohlhabender Russen zur Konservativen Partei untersucht worden sein.

          Russland hat die von Großbritannien erhobenen Vorwürfe der Einmischung in die Parlamentswahl sowie der Hackerangriffe zurückgewiesen. „Wir haben keine Informationen darüber, wer Pharmaunternehmen und Forschungszentren in Großbritannien gehackt haben könnte“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag der russischen Nachrichtenagentur Tass.

          Weitere Themen

          Viele Verletzte bei Protesten in Beirut

          Zusammenstöße im Libanon : Viele Verletzte bei Protesten in Beirut

          Tausende treibt die Wut auf die politische Führung des Libanon auf die Straßen. Demonstranten sollen das Außenministeriums gestürmt haben. Vermutlich fielen in der Stadt auch Schüsse. Ministerpräsident Diab schlägt vorgezogene Neuwahlen vor.

          Topmeldungen

          Donald Trump

          Amerika und China : Europa, lass dich nicht erpressen!

          Die Globalisierung kehrt sich um. Das Verhältnis zwischen Amerika und China wird immer schlechter. In Amerika spricht man ganz offen von einem kalten Krieg. Europa muss sich jetzt behaupten. Es hat eigene Trümpfe.

          Zusammenstöße im Libanon : Viele Verletzte bei Protesten in Beirut

          Tausende treibt die Wut auf die politische Führung des Libanon auf die Straßen. Demonstranten sollen das Außenministeriums gestürmt haben. Vermutlich fielen in der Stadt auch Schüsse. Ministerpräsident Diab schlägt vorgezogene Neuwahlen vor.
          Das Atomkraftwerk Dukovany in der Tschechischen Republik

          Energiewende : Die Atomkraft lebt weiter

          Viele Staaten setzen nach dem Kohleausstieg auf Atomkraft, so zum Beispiel Tschechien. Die Grünen wollen das torpedieren – mit Hilfe der EU.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.