https://www.faz.net/-gpf-9fi55

Moskau versus Konstantinopel : Russisch-orthodoxe Kirche verkündet Bruch mit Konstantinopel

  • Aktualisiert am

Metropolit Ilarion erklärt der Presse, warum die russisch-orthodoxe Kirche den Kontakt zu Konstantinopel abgebrochen hat. Bild: Reuters

Die Russisch-Orthodoxe Kirche fürchtet den Machtverlust und will eine selbständige Kirche in der Ukraine verhindern. Dafür bricht sie sogar den Kontakt nach Konstantinopel ab. Der politischen Führung in der Ukraine kommt das gerade recht.

          1 Min.

          Die Russisch-Orthodoxe Kirche bricht im Streit um die kirchliche Hoheit über die Ukraine jeden Kontakt mit dem Patriarchen von Konstantinopel ab. Damit vertieft sich die Spaltung zwischen den wichtigsten Machtzentren der orthodoxen Christenheit. Die Führung der Russisch-Orthodoxen Kirche erklärte, eine weitere Gemeinschaft mit Konstantinopel sei nicht möglich. Das meldeten russische Agenturen von einer Sitzung der Synode am Montag in Minsk in Weißrussland.

          Der Ökumenische Patriarch Bartolomaios von Konstantinopel, der ranghöchste orthodoxe Kirchenführer, hatte vergangene Woche die Hoheit über die zersplitterte orthodoxe Kirche in der Ukraine übernommen. Dies gilt als Zwischenschritt zu einer kirchlichen Selbstständigkeit (Autokephalie) der Ukraine.

          Die Russisch-Orthodoxe Kirche ist die größte Nationalkirche und rechnet seit Jahrhunderten auch die Ukraine zu ihrem Gebiet. Moskau werde die Entscheidungen aus Konstantinopel nicht anerkennen, sagte der russisch-orthodoxe Metropolit Ilarion vor der Presse. Er warf Bartolomaios vor, die Kirche zu spalten. 1996 hatte das Moskauer Patriarchat im Streit um die Kirche in Estland schon einmal den Kontakt zu Konstantinopel ausgesetzt.

          Die politische Führung der Ukraine will im Konflikt mit Moskau den Einfluss der als feindlich empfundenen russischen Kirche zurückdrängen.

          Weitere Themen

          „Erdogan will unsere Allianz brechen“

          Türkische Syrien-Offensive : „Erdogan will unsere Allianz brechen“

          Ünal Ceviköz, der Vize-Vorsitzende der größten türkischen Oppositionspartei CHP, erklärt im Interview die innenpolitischen Motive des Nordsyrien-Feldzugs – und warum er die Ansiedlung von zwei Millionen Flüchtlingen in der „Sicherheitszone“ für utopisch hält.

          Topmeldungen

          Lässt die Muskeln spielen: der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.

          Türkische Syrien-Offensive : „Erdogan will unsere Allianz brechen“

          Ünal Ceviköz, der Vize-Vorsitzende der größten türkischen Oppositionspartei CHP, erklärt im Interview die innenpolitischen Motive des Nordsyrien-Feldzugs – und warum er die Ansiedlung von zwei Millionen Flüchtlingen in der „Sicherheitszone“ für utopisch hält.

          Trump beleidigt Pelosi : „Sie ist sehr krank“

          Die Demokraten haben ein Treffen mit dem amerikanischen Präsidenten abgebrochen, weil Donald Trump die „Sprecherin“ des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi beleidigt haben soll. Der Präsident legte auf Twitter noch nach.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.