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Rumänien : Universität bestätigt Plagiatsvorwürfe gegen Ponta

  • Aktualisiert am

Victor Ponta soll etwa 100 der 300 Seiten seiner Dissertation abgeschrieben haben Bild: AFP

Nach Angaben der Universität von Bukarest hat der rumänische Ministerpräsident Ponta „ein Drittel“ seiner Dissertation von anderen Autoren abgeschrieben. Ponta sagte, es handele sich um eine „politische Entscheidung“ der Kommission.

          Die Universität von Bukarest hat die Plagiatsvorwürfe gegen den rumänischen Ministerpräsidenten Victor Ponta bestätigt. Eine Ethikkommission der Hochschule teilte am Freitag mit, bei der 2003 eingereichten Dissertation über den Internationalen Strafgerichtshof handele es sich um ein „massives Plagiat“. Ponta, der in der EU wegen eines Amtsenthebungsverfahrens gegen den konservativen Präsidenten Traian Basescu in der Kritik steht, habe ein Drittel der rund 300 Seiten über das Kopieren und Einfügen fremder Texte erstellt und damit absichtlich von anderen Autoren abgeschrieben. Ponta wies die Anschuldigungen zurück. Es handele sich um die „politische Entscheidung“ einer Kommission, die eigens für seinen Fall gebildet worden sei, sagte er der Nachrichtenagentur Mediafax.

          Der Regierungschef hatte die Plagiatsvorwürfe schon im Juni zurückgewiesen und sich damit gerechtfertigt, dass er seine Doktorarbeit nach den vor neun Jahren gültigen Regeln verfasst habe. Es sei damals etwa nicht notwendig gewesen, Zitate mit Anführungszeichen kenntlich zu machen, solange die genutzten Arbeiten im Literaturverzeichnis genannt würden.

          Die Ethikkommission der Universität wies Pontas Auffassung am Freitag ausdrücklich zurück. Die Regeln für wissenschaftliche Arbeiten seien schon seit „mehr als 200 Jahren“ dieselben, äußerte der Professor Marian Popescu, der die Kommission leitet. Wer Textpassagen aus fremden Arbeiten übernehme, müsse die Zitate „mit Anführungszeichen und Fußnoten“ kenntlich machen. Der Rektor der Universität, Mircea Dumitru, will den Kommissionsbericht nun dem Senat der Hochschule vorlegen, der über eine mögliche Aberkennung von Pontas Doktortitel entscheiden muss. Die endgültige Entscheidung wird dann jedoch vom Bildungsministerium getroffen, wie Dumitru hervorhob. Am Donnerstag hatte der Nationale Ethikrat, den das Ministerium kurz nach Pontas Amtsantritt im Mai umbesetzt hatte, noch zugunsten des Ministerpräsidenten entschieden und geurteilt, dass seine Dissertation „die akademischen Anforderungen“ erfülle.

          Pontas Mitte-links-Regierung war Anfang Mai vereidigt worden. Schon eine Woche später trat Bildungsminister Ioan Mang wegen schwerer Plagiatsvorwürfe zurück. Vor der Regierungsbildung war bereits die ursprünglich vorgesehene Kandidatin für das Bildungsministerium an Plagiatsvorwürfen gescheitert.

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