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Kommentar : Russische Dementis

Das von Polizisten bewachte Haus von Sergej Skripal Bild: dpa

Die russische Führung hat sich nach dem Giftanschlag in Salisbury von Anfang an wie jemand verhalten, der kein Interesse an einer Aufklärung hat. Es gibt wenig Gründe, den russischen Dementis zu glauben.

          Auch die jüngste Enthüllung russischer und britischer Investigativjournalisten ist nicht der rauchende Colt, mit dem eine unwiderlegbare Verbindung zwischen dem Kreml an dem Giftanschlag von Salisbury hergestellt werden könnte. Aber ihre in jedem Schritt nachvollziehbaren Recherchen zur Identität der mutmaßlichen Attentäter fügen sich gut in das Bild ein, das sich aus sehr unterschiedlichen Elementen ergibt: den Erkenntnissen der britischen Behörden, den Untersuchungsergebnissen der Organisation zum Verbot chemischer Waffen (OPCW) – und nicht zuletzt auch dem Umgang Moskaus mit dem Fall.

          Die russische Führung hat sich nach dem Giftanschlag von Anfang an wie jemand verhalten, der kein Interesse an einer Aufklärung hat. Verschiedene Vertreter der Regierung haben Falschinformationen verbreitet, unterschiedliche Versionen des Geschehens in die Welt gesetzt, mit der gezielten Verdrehung von Begriffen Verwirrung gestiftet, durch eklatante Regelverstöße die OPCW beschädigt. Es gibt viele Gründe, den britischen Behörden zu vertrauen – und wenige, die russischen Dementis zu glauben.

          Reinhard Veser

          Redakteur in der Politik.

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