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Rodrigo Duterte : Der gekränkte Präsident

Präsidenten: Duterte mit Trump auf dem Asean-Gipfel in Manila im November 2017 Bild: Reuters

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte will nicht länger Amerikas „kleiner brauner Bruder“ sein. Von seiner Aufkündigung des Verteidigungsabkommens mit den Vereinigten Staaten profitiert vor allem: China.

          3 Min.

          Oft gefällt sich der philippinische Präsident Rodrigo Duterte in der Rolle des Rüpels. Jüngst zeigte er sich in einer Mitteilung aber höflich: „Präsident Trump ist ein guter Präsident, und er verdient es, wiedergewählt zu werden.“ Die freundlichen Worte kamen überraschend. Schließlich hatte Duterte kürzlich mitgeteilt, er habe das Verteidigungsabkommen mit den Vereinigten Staaten, das Visiting Forces Agreement (VFA), aufgekündigt. Die wohlmeinenden Worte bezogen sich auf das Schulterzucken, mit dem Trump auf diese Nachricht reagiert hatte: „Mich stört es nicht wirklich. Wenn sie das tun möchten, wird es eine Menge Geld sparen. Meine Sichtweise ist anders als die anderer Leute“, sagte Trump.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          In diesen Worten spiegelt sich Trumps Kritik wider, wonach Amerikas Verbündete mehr zu ihrer eigenen Sicherheit beitragen sollten. Die Reaktionen der Amerikaner waren jedoch nicht durchgängig so gelassen. Die Botschaft in Manila sprach von einem „schwerwiegenden Schritt mit erheblichen Auswirkungen auf das amerikanisch-philippinische Bündnis“. Verteidigungsminister Mark Esper nannte die Entscheidung „bedauerlich“, denn sie habe Folgen für die Machtverhältnisse in Asien und den strategischen Wettbewerb zwischen den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China. „Der größte Gewinner ist ohne Frage China“, kommentierte der philippinische Politologe Richard Heydarian den Rückzug aus dem Abkommen.

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