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Russlandaffäre : Mueller würde auch schriftliche Antworten Trumps akzeptieren

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Sonderermittler Robert Mueller auf dem Weg zu einer Sitzung in Washington Bild: AP

Seit Monaten blocken Trumps Anwälte die Interview-Anfragen des Sonderermittlers Robert Mueller – aus Sorge, Trump könnte sich in der Russlandaffäre in Widersprüche verwickeln. Jetzt könnte es einen Ausweg geben.

          Der Sonderermittler Robert Mueller hat seine Forderungen zu einem persönlichen Interview zur Russlandaffäre mit dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump gelockert. Wie die „New York Times“ berichtete, wäre Mueller derzeit auch mit schriftlichen Antworten des Präsidenten einverstanden. Das hatte der Ermittler Trumps Anwälten demnach in einem Brief mitgeteilt.

          Diese bemühen sich schon seit einiger Zeit, das geforderte Interview zu verhindern. Es wird befürchtet, dass Mueller und seine Mitarbeiter Zeugen wie dem früheren FBI-Direktor James Comey glauben könnten, die Trumps Darstellung widersprechen. Der Präsident könnte zudem Falschaussagen machen und dann womöglich strafrechtlich belangt werden.

          Trump weiterhin für ein Interview

          Ganz verzichten werde Mueller auf das Interview nicht, jedoch ist es laut der „New York Times“ weiterhin unklar, in welchem Umfang das Gespräch letztendlich stattfinden werde. „Wir stehen weiterhin in ständigem Dialog mit dem Büro des Sonderberaters“, verkündete Trumps Anwalt Jay Sekulow am Dienstag.

          Im Gegensatz zu den Bemühungen seiner Anwälte hatte Trump wiederholt seine Bereitschaft dazu geäußert, an dem Interview teilzunehmen. Der Präsident glaubt angeblich, er könne Mueller persönlich davon überzeugen, dass dessen Untersuchung nichts weiter sei als eine unbegründete „Hexenjagd“. Robert Mueller untersucht die mutmaßliche Einmischung Moskaus in den amerikanischen Präsidentenwahlkampf im Jahr 2016 und mögliche Absprachen mit dem Team des Kandidaten Trump.

          Der Reporter Bob Woodward berichtet in seinem neuen Enthüllungsbuch „Fear – Trump in the White House“ von Versuchen, den Präsidenten auf ein Interview mit Mueller vorzubereiten. Diese scheiterten jedoch angeblich daran, dass Trump sich in Widersprüche verwickelte und offensichtliche Lügen erzählte. Letztendlich habe er erklärt: „Ich will eigentlich gar nicht aussagen.“ Trumps Anwalt solle Mueller nach der gescheiterten Generalprobe gesagt haben, er könne seinem Mandanten nicht dazu raten auszusagen. „Ich werde nicht dort sitzen und ihn wie einen Idioten aussehen lassen.“

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