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Chinas Führungsanspruch : Weltmacht geht anders

Der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping lässt als Krisenmanager feiern, letztlich bleiben seine Ankündigungen bei der Jahresversammlung der WHO jedoch vage. Bild: Mart Klein und Miriam Migliazzi

Die Corona-Pandemie verschärft die Rivalität zwischen China und Amerika. Peking bekräftigt immer forscher seinen globalen Führungsanspruch – und schadet sich damit vor allem selbst.

          7 Min.

          Die Jahresversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verlief genau nach dem Geschmack Xi Jinpings. Der chinesische Präsident durfte als erster Staatschef sprechen, gleich nach dem UN-Generalsekretär. Vor einem Gemälde der Chinesischen Mauer sitzend, versprach er einen Impfstoff für die Armen, ein Hilfspaket über zwei Milliarden Dollar und Gespräche über einen Schuldenerlass. Geschickt nutzte Xi die WHO als Bühne, um China als verantwortungsvolle Weltmacht und Schutzmacht für Afrika zu inszenieren.

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          Die vergeblichen Bemühungen Australiens und der Vereinigten Staaten, China wegen seiner anfänglichen Vertuschung des Virusausbruchs vor der WHO an den Pranger zu stellen, ließ er einfach an sich abprallen. Dabei kam es Xi gelegen, dass die Vereinigten Staaten sich mit der Drohung, die WHO zu verlassen, selbst isolierten. Noch dazu kam Washington kleinlich und hartherzig rüber, weil es sich gegen eine Resolution sperrte, die den Ärmsten einen patentfreien Zugang zu einem Impfstoff gegen Covid-19 versprach. Die ganze Veranstaltung wirkte wie ein Beleg für die These, dass China die Pandemie nutzt, um das globale Führungsvakuum zu füllen, das Amerika unter seinem selbstzentrierten Präsidenten Donald Trump hinterlassen hat. Ist China also der Gewinner der Krise?

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