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Britischer Premier Sunak : Prosperierende Wirtschaft ist die Grundlage für Stärke im Ausland

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Beim Lord Mayor's Bankett in London wird Premierminister Sunak seine erste außenpolitische Grundsatzrede halten. Bild: dpa

Der neue britische Premierminister hält an diesem Montag seine erste große außenpolitische Rede. Sein Land müsse „mehr tun, um seine Werte der Freiheit und Offenheit auf der Weltbühne zu verteidigen“, heißt es darin.

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          „Freiheit und Offenheit waren schon immer die stärksten Kräfte des Fortschritts“, heißt es in einer von Downing Street auszugsweise veröffentlichten Grundsatzrede, die Rishi Sunak am Montag beim jährlichen Lord Mayor's Banquet in London halten werde. Aber sie seien „nie durch Stillstand erreicht“ worden. Es müsse eine stärkere Wirtschaft geschaffen werden, „weil sie die Grundlage unserer Stärke im Ausland“ sei, heißt es weiter.

          Anfang November hatte Sunak Kiew besucht, um der Ukraine weitere Militärhilfen zur zur Verteidigung gegen Russland anzubieten. Er sicherte dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zudem die „dauerhafte Unterstützung“ seines Landes zu.

          Langfristig planen wie die Konkurrenten

          Wie der „Guardian“ berichtet, kündigt Sunak in seiner Rede nun einen „evolutionären Ansatz“ für die britische Außenpolitik an. Er argumentiert demnach, dass Staaten wie Russland und China langfristig planten und das Vereinigte Königreich diesem Beispiel folgen müsste. „Unsere Gegner und Konkurrenten planen auf lange Sicht. Angesichts dieser Herausforderungen werden Kurzfristigkeit oder Wunschdenken nicht ausreichen...“, heißt es laut „Guardian“ im Skript der Rede.

          „Das bedeutet, dass wir unsere Werte und die Offenheit, von der unser Wohlstand abhängt, stärker verteidigen müssen. Es bedeutet, eine stärkere Wirtschaft im Inland zu schaffen – denn sie ist die Grundlage für unsere Stärke im Ausland. Und es bedeutet, unseren Konkurrenten die Stirn zu bieten, nicht mit großer Rhetorik, sondern mit robustem Pragmatismus.“

          Sunak will laut der Zeitung auch über die Vertiefung von Partnerschaften in anderen Teilen der Welt sprechen, etwa im indopazifischen Raum, und sich auf die Verschärfung des zwischenstaatlichen Wettbewerbs durch Länder wie Russland, China und Iran vorbereiten.

          „Freiheit und Offenheit waren schon immer die stärksten Kräfte des Fortschritts. Aber sie wurden nie durch Stillstand erreicht“, zitiert der „Guardian“ aus der Rede. „Unter meiner Führung werden wir uns nicht für den Status quo entscheiden. Wir werden die Dinge anders angehen.“

          Großbritannien hat derzeit mit erheblichen wirtschaftlichen Problemen und einer hohen Inflation zu kämpfen. Als wesentliche Faktoren dafür gab die Regierung in London Mitte November bei der Vorstellung ihrer Haushaltspläne die Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie die „durch Russland ausgelöste Energiekrise“ an.

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