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Rettung der Weißhelme : Ein kleines Licht in der Finsternis

Ein „Weißhelm“ sucht im September 2017 in Armanaz in der Provinz Idlib nach Überlebenden eines Luftangriffs. Bild: EPA

Mit der Rettung der Weißhelme ist eine weitere Tragödie in Syrien abgewendet worden. Doch das düstere nahöstliche Panorama der Kriege und Konflikte bleibt.

          In Syrien spielen sich Tragödien ab, von denen die Welt kaum noch etwas erfährt, obwohl sich an der Brutalität des Kriegs nichts verändert hat. So hat die jüngste Offensive des syrischen Regimes zur Rückeroberung der Provinzen Daraa und Qunaitra eine der größten Flüchtlingswellen des Kriegs überhaupt in Gang gesetzt.

          Die Offensive bringt Machthaber Assad dem Ziel näher, die Herrschaft über ganz Syrien zurückzuerlangen. Viele Syrer wollen oder können jedoch nicht in einem Syrien leben, dessen Regime sie stürzen wollten. In Syrien bleiben für sie aber kaum Rückzugsorte, Jordanien kann keine Flüchtlinge mehr aufnehmen, und Israels Grenze zu Syrien ist hermetisch abgeriegelt. Denn beide Länder befinden sich offiziell im Kriegszustand.

          Am Wochenende hat nun eine konzertierte internationale Aktion zumindest eine weitere Tragödie abgewendet. Auf Ersuchen mehrerer europäischer Länder, darunter Deutschland, hat Israel mehreren hundert syrischen „Weißhelmen“ und deren Familien den Transit über die Golanhöhen nach Jordanien ermöglicht.

          Akute Lebensgefahr

          Das syrische Regime hat die Mitglieder der Zivilschutzorganisation zu Unrecht beschuldigt, sie gehörten den dschihadistischen Rebellen an. Das Vorrücken der Regimetruppen brachte daher ihr Leben akut in Gefahr. Deutschland, Großbritannien und Kanada haben zugesagt, die Geretteten binnen dreier Monate aufzunehmen. Die Aktion lehrt, dass dann, wenn es einen politischen Willen dazu gibt, humanitäre Rettungsaktionen durchaus möglich sind.

          Israel verfolgt den Krieg im Nachbarland Syrien mit Sorge und ist kein passiver Zuschauer. Diese humanitäre Geste zeugt davon. Zudem fliegt die israelische Luftwaffe immer wieder Angriffe gegen Positionen der libanesischen Schiitenmiliz Hizbullah und der iranischen Revolutionswächter in Syrien. Trotz wiederholten Drängens Israels sorgte Russland bisher nicht dafür, dass sich die Kämpfer der Hizbullah und Irans aus der Nähe der Golanhöhen zurückziehen. Iran hat im Gegenteil am Wochenende neues Geschütz aufgefahren.

          Denn Revolutionsführer Chamenei droht für den Fall, dass Washington Iran am Ölexport hindere, mit einer Blockade der Meerenge von Hormuz. Dann könnten die Konflikte im Nahen Osten unkontrolliert eskalieren. Die erfreuliche Rettung der syrischen Weißhelme ist somit nicht mehr als ein Lichtblick im düsteren nahöstlichen Panorama der Kriege und Konflikte.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

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