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Prozess zu Anschlägen in Paris : „Mein Leben ist zerstört, warum soll ich mich beruhigen?“

An der Oberfläche: Straßenszene in Paris im September 2021 Bild: Laif

In die Bars von Paris ist längst der Alltag zurückgekehrt. Aber der Prozess um die Terroranschläge von 2015 zeigt, wie tief der Schock bei den Bewohnern der Stadt noch sitzt.

          6 Min.

          Der Kellner balanciert sein Tablett, Kürbissuppe für Mademoiselle, für wen ist der Veggieburger? In der Brasserie „La Belle ­Équipe“ herrscht rege Betriebsamkeit, alle Tische sind besetzt. Auf der Terrasse sitzt ein Liebespärchen, am Nebentisch wird ein Geburtstag gefeiert, der Champagnerkorken knallt.

          Michaela Wiegel
          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Paris ist wieder ein Fest. Die Geselligkeit im Ausgehviertel im Osten der Hauptstadt wirkt ansteckend. „Die Terroristen haben nicht gesiegt“, sagt Juliette, die im nahe gelegenen Krankenhaus Saint-Antoine ihr Praktisches Jahr macht. Sie nippt an einem Cocktail und zeigt auf die Wandfreske am Eingang: Michelle, Thierry, Marie-Aimée, Anne-Laure, Victor, Djamila . . . Jeder der 21 Namen steht für ein Terroropfer. Es waren überwiegend junge, vergnügte Menschen, die am 13. November 2015 ins Visier genommen wurden. Islamistische Terrorkommandos töteten an diesem Abend 130 Menschen, die meisten in Cafés und Restaurants und im Konzertsaal Bataclan. „Nur die Liebe kann uns die Tiefschläge des Lebens vergelten“, so lautet eine Leuchtschrift an der Wand der Brasserie. Draußen auf dem Trottoir kommt gerade eine Polizeistreife vorbei.

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