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Religionsbehörde Diyanet : Deshalb ist Erdogan wütend auf Macron

Brüder im Gebet und Geiste: Der Präsident der Religionsbehörde Diyanet Ali Eras und der türkische Präsident Erdogan bei der Einweihung der Moschee in Köln 2018. Bild: AP

Die türkische Religionsbehörde Diyanet ist zu einem Instrument von Erdogans Politik geworden. Einen moderaten Imam hat er abgesetzt. Das bekommt jetzt auch Frankreichs Präsident Macron zu spüren.

          3 Min.

          In den Spannungen zwischen Frankreich und der Türkei spielt die türkische Religionsbehörde Diyanet eine besondere Rolle. Denn den Zorn des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hat sich der französische Präsident Emmanuel Macron schon vor der aktuellen Auseinandersetzung über die Gefahr des Islamismus zugezogen, als er im Frühjahr das Abkommen zur Entsendung türkischer Imame aufgekündigt hat. Frankreich reagierte damit auf eine Veränderung der Religionsbehörde, die in den vergangenen zehn Jahren parallel zur zunehmend autoritären Politik des türkischen Präsidenten erfolgt ist.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

          Der Wandel zeichnete sich ab, als Ende 2010 der damalige Präsident des Diyanet, der liberale Theologe Ali Bardakoglu, zum Rücktritt gezwungen wurde. Als Erdogan im März 2003 erstmals Ministerpräsident geworden war, hatte er ihn an die Spitze der Behörde, der in der Türkei 90.000 Moscheen unterstehen, geholt. In jenen Jahren hatte auch die theologische Fakultät der Universität Ankara mit einer hermeneutischen Auslegung des Korans, wie sie in dieser Konsequenz in der islamischen Welt beispiellos war, Wirkung über die Türkei hinaus entfaltet.

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