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Reisebeschränkungen : Südafrika wird nicht bestraft

  • -Aktualisiert am

Leerer Flughafen in Kapstadt, Südafrika, am 30. November Bild: Getty

Es macht einen Unterschied, wie schnell sich neue Varianten des Coronavirus’ ausbreiten. Das sollte auch die Weltgesundheitsorganisation verstehen.

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          Nein, „bestraft“ wird Südafrika nicht für die Entdeckung der Omikron-Variante. Die Reisebeschränkungen, die viele andere Staaten gegen das Land und seine Nachbarn verhängt haben, sind eine berechtigte Vorsichtsmaßnahme.

          Nach zwei Jahren Pandemie sollte sich eigentlich auch in der Welt-gesundheitsorganisation (WHO) die Einsicht durchgesetzt haben, dass es nicht unerheblich ist, wie schnell sich das Coronavirus auf der Welt verbreitet, insbesondere neuere Typen davon. Das Argument, dass sich der Eintrag nicht komplett vermeiden lasse, ist richtig, aber nur die halbe Wahrheit. Ein Land wie Deutschland etwa, dessen Intensivkapazitäten (aus eigenem Verschulden) ans Limit kommen, sollte alles tun, um die Ausbreitung einer neuen Variante, die womöglich ansteckender ist, zu verzögern.

          Wie andere staatliche Eingriffe sind Reisebeschränkungen seit Beginn der Pandemie politisch umstritten. Trotzdem gehören sie auf der ganzen Welt zum Instrumentenkasten im Kampf gegen Corona. Wenn massiv Grundrechte eingeschränkt werden, spricht nichts dafür, die Reisefreiheit als Dogma zu behandeln.

          Dass nach der Erfahrung Südafrikas andere Länder mit der Meldung neuer Varianten zögern würden, wie die WHO anführt, ist unwahrscheinlich. Am Ende hat jede Regierung ein Interesse an der Bekämpfung der Seuche. Und unentdeckt bleiben Varianten ohnehin nicht, Labore gibt es überall.

          Nikolas Busse
          Verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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