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Regionalwahlen in Frankreich : Herbe Niederlage für Front National

Bild: Reuters

In der zweiten Runde der französischen Regionalwahlen hat der rechtsextreme Front National keine Region für sich gewinnen können. Erfolge gab es dagegen für das Lager um den früheren Präsidenten Nicolas Sarkozy.

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          Der Front National ist am Sonntag an den Urnen gescheitert. Laut Hochrechnungen wird die Partei Marine Le Pens in keiner der dreizehn neuen französischen Großregionen regieren. Das Bündnis der Republikaner und anderer rechtsbürgerlicher Kräfte kam demnach auf 40,6 Prozent der Wählerstimmen, die Linke auf 30,6 Prozent und der Front National auf 28,8 Prozent landesweit.

          Michaela Wiegel
          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          In der Mittelmeerregion Provence-Alpes-Cote-d’Azur setzte sich Christian Estrosi (Republikaner) mit 54 Prozent gegen 46 Prozent für Marion Maréchal Le Pen durch. In Nord-Pas-de-Calais-Picardie unterlag die Parteivorsitzende Marine Le Pen mit 42 Prozent der Stimmen gegen Xavier Bertrand (Republikaner), der auf 58 Prozent der Stimmen kam. In beiden Regionen hatte die Sozialistische Partei ihren Kandidaten zurückgezogen.

          Bild: F.A.Z.

          Aber auch im Elsass-Champagne-Ardenne-Lothringen setzte sich die bürgerliche Rechte Philippe Richert mit 48,4 Prozent der Stimmen durch, obwohl sich der sozialistische Kandidat der Rückzugsorder aus Paris verweigert hatte. Der stellvertretende FN-Vorsitzende Florian Philippot erhielt 36,4 Prozent der Stimmen, der Sozialist Jean-Pierre Masseret 15,2 Prozent.

          Le Pen bezeichnete den Wahlausgang am Sonntagabend als Ergebnis von „Manipulationen und Entmündigung der Wähler“. Sie kritisierte, dass Premierminister Manuel Valls vor einem „Bürgerkrieg“ im Fall eines Wahlsiegs ihrer Partei gewarnt hatte. Valls lobte die gestiegene Wahlbeteiligung. Im Vergleich zum ersten Wahlgang waren annähernd zehn Prozent mehr Wähler zu den Urnen gegangen. Valls sagte, „die Gefahr der extremen Rechten ist nicht gebannt“. Deshalb sei am Wahlabend weder „Erleichterung noch Triumphalismus“ angebracht. Die Politik dürfe nicht weitermachen wie bisher. „Ich werde das Ergebnis des ersten Wahlgangs nicht vergessen“, sagte Valls. Im ersten Wahlgang hatten sechs Millionen Franzosen für den Front National gestimmt, der damit zur stärksten politischen Kraft aufstieg.

          „Die Franzosen erwarten starke Antworten“

          Nicolas Sarkozy bezeichnete den ersten Wahlgang ebenfalls als „Warnung“. „Wir können nicht so tun als ob die Franzosen nichts gesagt hätten“, sagte der Vorsitzende der Republikaner. „Die Franzosen erwarten starke Antworten“, sagte er. Sarkozy erwägt, die im nächsten November geplanten Vorwahlen vorzuziehen. Die Franzosen müssten noch überzeugt werden, dass „wir die richtigen Antworten haben“, sagte Sarkozy.

          Regionalwahlen in Frankreich: Die Ergebnisse des ersten Wahlgangs
          Regionalwahlen in Frankreich: Die Ergebnisse des ersten Wahlgangs : Bild: F.A.Z.

          In der Hauptstadtregion Ile-de-France und in mehreren der dreizehn Regionen stand nach Schließung der Wahllokale noch keine zuverlässige Hochrechnung zur Verfügung. Linke und Rechte lagen fast gleichauf. In der wirtschaftsstarken Region Auvergne-Rhone-Alpes setzte sich der Republikaner und frühere Europaminister Laurent Wauquiez durch. In der Bretagne und in Aquitanien-Limousin-Poitou-Charentes siegten die sozialistischen Kandidaten.

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