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Regionalwahlen in Andalusien : Treibhaus der extremen Rechten

„Viva España“: Santiago Abascal, Vorsitzender der Vox-Partei, am 14. Juni im südspanischen El Ejido Bild: Getty

Unter den Plastikplanen der Gewächshäuser von El Ejido feierte die Vox-Partei ihre ersten Triumphe. Jetzt wollen die Rechtspopulisten nicht mehr nur in Andalusien mitregieren.

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          Die beiden Mütter mit dem Kopftuch stören die vielen spanischen Fahnen nicht, die auf einmal die Plaza de las Flores füllen. Ihre Kinder schaukeln und rutschen auf dem schattigen Spielplatz. Die zwei marokkanischen Frauen plaudern angeregt auf Arabisch weiter, während aus der Menschenmenge wenige Meter von ihren Bänken entfernt der Ruf „Viva España“ ertönt. Applaus brandet auf. „Sie haben Euch als Ausländerfeinde beschimpft, nur weil Ihr auf Eurem Boden auf Eure Weise mit Euren Traditionen in Sicherheit leben wollt. In El Ejido wurden Spanier dämonisiert“, ruft der Vorsitzende der rechtspopulistischen Vox-Partei, Santiago Abascal, den gut hundert Menschen auf dem Platz in der südspanischen Stadt zu.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Zwischen den kahlen Bergen und dem Strand, umgeben von einem Meer weißer Plastikplanen, wohnen in El Ejido knapp 90 000 Menschen. Ein Drittel von ihnen sind Migranten, die meisten von ihnen kommen aus Marokko. Bis vor wenigen Jahrzehnten war die wüstenhafte Gegend eine der ärmsten Regionen Spaniens. Dann machten Tomaten, Gurken und Paprika ihre Einwohner wohlhabend, die unter den endlosen Plastikdächern afrikanische Migranten für sie pflanzen und ernten.

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