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Londoner Russlandbericht : Erschreckende Einblicke

  • -Aktualisiert am

Sie forderten schon vor Monaten Einblick: Demonstranten in London Bild: dpa

Wenn eine Regierung nichts weiß, ist das schlecht. Wenn sie aber einfach nichts wissen will, wird es bedenklich. Genau das hat in London ein Bericht enthüllt. Hat Russland das Brexit-Referendum beeinflusst?

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          Jetzt ist vermutlich auch dem Letzten klar, warum Boris Johnson diesen Bericht nicht kurz vor der Unterhauswahl im Dezember 2019 veröffentlicht sehen wollte. Die Erkenntnisse, die dort aufgeführt sind über Versuche Russlands, Einfluss auf das Unabhängigkeitsreferendum für Schottland und auf die Abstimmung über den Brexit zu nehmen, sind erschreckend.

          Nicht dass sich noch irgendjemand über das russische Vorgehen wundern würde. Aber eine Regierung, die nach dem Schottland-Referendum über die Machenschaften Moskaus informiert wurde, muss beim nächsten Mal wenigstens versuchen, sich einen Überblick zu verschaffen. Doch die britische Regierung wollte nichts wissen, schaute vielmehr energisch weg.

          Das kann nichts mit Liebedienerei gegenüber Russland zu tun haben. Mit Moskau gab es schon damals Probleme. Vielmehr liegt der Verdacht nahe, dass die Kampagne für den EU-Austritt, die ohnehin mit fragwürdigen Argumenten arbeitete, auf keinen Fall irgendwelchen Verdächtigungen ausgesetzt werden sollte. Wenn man sich dann erinnert, wie vergleichsweise knapp die Volksabstimmung zugunsten des Austritts aus der EU ausging, kann man schon ins Grübeln kommen.

          Zentrale Figur der „Leave“-Kampagne war damals Boris Johnson. Zumindest in jenem Wahlkampf offenbarte er ein einigermaßen spielerisches Verhältnis zur Wahrheit. Man fragt sich, ob Großbritanniens nationale Sicherheit bei diesem Mann wirklich in den besten Händen ist.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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