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Eric Zemmour : Der Mann für die von Le Pen Enttäuschten

Eric Zemmour im September bei einem Vortrag in Asnières Bild: EPA

Der Rechtsextreme Eric Zemmour möchte Kindern in Frankreich nur noch französische Vornamen erlauben. Mit solchen Provokationen mischt er den Präsidentenwahlkampf auf. Dabei ist er offiziell noch gar nicht Kandidat.

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          Abdoulaye Kanté ist einer der bekanntesten Polizisten Frankreichs. „Aime son pays“ hat der 42 Jahre alte Ordnungshüter unter sein Twitter-Profil geschrieben, „liebt sein Land“. Der Polizeibeamte hat besonders heftig auf den Vorstoß des rechtsextremen Publizisten Éric Zemmour reagiert, fortan nur noch französische Vornamen dulden zu wollen. „Meine Mutter, Hawa, hat die Klos am Großflughafen Charles de Gaulle geputzt. Mein Vater, Cheick Amadou, hat als Lieferbote gearbeitet. Beide haben den Alltag vieler Franzosen erleichtert“, entrüstete sich Kanté. Warum sollten sie ihre Vornamen nicht mit Stolz tragen?

          Michaela Wiegel
          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Wie der Polizist Kanté, dessen Familie aus Mali einwanderte, diskutieren derzeit viele Franzosen über Zemmour. „Bekomme ich einen neuen Vornamen, wenn Zemmour Präsident wird?“, hat der Grundschüler Muhammad seine Lehrerin gefragt, die es der Zeitung Libération erzählte. Zemmour will die Bürger gesetzlich verpflichten, nur noch französische Vornamen zu vergeben. „Wer sein Kind Muhammad nennt, der kolonisiert Frankreich“, sagte Zemmour.

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