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Türkei : Deutschen Journalisten droht offenbar Ausweisung

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Die drei deutschen Fotojournalisten hatten in Diyarbakir im Südosten der Türkei recherchiert. Bild: AP

Drei deutsche Fotojournalisten, die am Wochenende im Südosten der Türkei verhaftet worden waren, sind aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Der Staatsanwalt soll nun offenbar über ihre Ausweisung entscheiden.

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          Drei im Südosten der Türkei festgenommene Fotoreporter aus Hannover sind nach 31 Stunden wieder freigelassen worden. Allerdings wurden die drei Deutschen am Montag von der Staatsanwaltschaft in der Kurdenmetropole Diyarbakir vernommen. Der Ausgang der Vernehmung war zunächst nicht bekannt. Die Festnahme der Journalisten sorgte für Kritik an der Türkei.

          Ein ausländischer Journalist in der Türkei, der mit den Deutschen in Kontakt ist, aber nicht namentlich genannt werden wollte, sagte, die Vernehmung der Reporter habe am Nachmittag begonnen. Die Reporter seien von mindestens einem Anwalt begleitet worden.

          Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte, die deutsche Botschaft habe Kontakt zu den Reportern und den türkischen Behörden aufgenommen. Ziel sei es, eine „vernünftige Lösung“ zu finden. Dies bedeute „im besten Falle, dass sie ihre Arbeit fortsetzen können“. Der Sprecher fügte hinzu: „Wie das Verfahren ausgehen wird und welche Folgen es womöglich für die drei deutschen Staatsangehörigen haben wird, kann ich Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.“

          Die drei Fotojournalisten waren in der kurdisch geprägten Region, um über die Proteste gegen die von der Terrormiliz IS eingekesselte syrische Stadt Kobane zu berichten. Dabei waren im Südosten der Türkei in den vergangenen Tagen mehr als 30 Menschen getötet worden.

          Der Fotograf Björn Kietzmann und seine Kollegen Chris Grodotzki und Ruben Neugebauer waren am Samstagnachmittag von der türkischen Polizei in Diyarbakir festgenommen worden. Ihnen wurde vorgeworfen, Spione und Provokateure zu sein. Unklar war zunächst, ob sie mit einem Journalistenvisum oder als Touristen eingereist waren. Im letzteren Fall könnte ihnen die Ausweisung aus der Türkei drohen.

          Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) verurteilte die Festnahme als Angriff auf die Pressefreiheit. „Die Berufsausübung der drei, die sich eindeutig als Journalisten zu erkennen gaben, sollte verhindert werden.“ Reporter ohne Grenzen (ROG) forderte die türkische Justiz auf, die Vorwürfe gegen die Journalisten fallenzulassen und ihnen umgehend eine ungehinderte Fortsetzung ihrer Arbeit zu ermöglichen.

          Kietzmann, der seit 2009 als freiberuflicher Fotoreporter arbeitet, gehört dem Berufsverband Freelens an. Grodotzki ist Teil der Fotografen-Kooperative Visual Rebellion. Neugebauer, ebenfalls von Visual Rebellion, hat unter anderem für die „Süddeutsche Zeitung“, den „Spiegel“ sowie den „Tagesspiegel“ und die „taz“ gearbeitet.

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