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Türkischer Staatspräsident : Erdogan nennt Gleichberechtigung „unnatürlich“

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Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan mit seiner Ehefrau Ermine nach seinem Wahlsieg im August 2014 Bild: Reuters

Der türkische Staatspräsident kritisiert in einer Rede in Istanbul Feministen. Eine völlige Gleichstellung von Mann und Frau sei gegen die Natur. Gewalt gegen Frauen aber verstoße gegen die Regeln des Islam.

          Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hält eine völlige Gleichberechtigung von Mann und Frau für unmöglich. Der Islam habe der Frau die Rolle als Mutter zugewiesen, sagte Erdogan am Montag bei einer Veranstaltung des Frauenverbandes Kadem in Istanbul. Er betonte, Frauen brauchten Gerechtigkeit. Eine völlige Gleichstellung von Mann und Frau sei jedoch „gegen die Natur“.

          Als Beispiel für seine Ansicht zur Gleichstellung verwies Erdogan auf das Arbeitsleben. „Frauen können nicht jede Arbeit versehen, die von Männern gemacht wird, so wie das in der Vergangenheit unter kommunistischen Regimes geschehen ist“, sagte der Staatspräsident. So könnten schwangere oder stillende Frauen nicht unter denselben Bedingungen arbeiten wie Männer.

          Erdogan betonte, nach der Lehre des Islam liege das Paradies unter den Füßen der Frauen. Er selbst habe seiner Mutter deshalb die Fußsohlen geküsst. Mütter seien etwas ganz Besonderes, aber das werde nicht von allen anerkannt. „Das können sie den Feministen nicht erklären, die lehnen die Mutterschaft ab“, sagte er. Ihm selbst genügten jene, die das Besondere an der Mutterschaft verstünden. Die Priorität der Frau solle die „Mutterschaft“ sein, das entspreche der richtigen islamischen Lebensweise, erklärte Erdogan.

          Gewalt gegen Frauen sei nicht hinnehmbar und verstoße gegen die Regeln des Islam als „Friedensreligion“, sagte Erdogan. Der Islam lehne Gewalt ab. Laut einer Untersuchung des Frauenverbandes Kamer nimmt die Gewalt deutlich zu. Demnach sind in diesem Jahr bereits 260 Frauen in der Türkei getötet worden; im ganzen vergangenen Jahr waren es 214.

          Erdogans Ansichten über die Rolle der Frau sind in der Türkei umstritten. In seiner Zeit als Ministerpräsident und Chef der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP hatte er mit der Aussage für Diskussionen gesorgt, jede Frau solle mindestens drei Kinder haben. Erdogan ist seit August Staatspräsident der Türkei.

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