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Reaktor-Gau : Neue Sorgen in Fukushima

  • -Aktualisiert am

Im Innern des Reaktors prüft ein Arbeiter den Wasserstand Bild: dapd

In Reaktor 1 befindet sich kaum noch Kühlwasser. Möglicherweise gibt es ein Leck in der Sicherheitshülle. Außerdem ist abermals radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer geflossen. Die Regierung fordert vom Kraftwerkbetreiber Tepco eine Untersuchung.

          Im Bemühen um eine Stabilisierung des Kernkraftwerkes Fukushima Daiichi hat es am Donnerstag neue Rückschläge gegeben. Im Reaktor 1 der beschädigten Anlage sank der Wasserstand dramatisch und liegt jetzt einen Meter unter dem Punkt, an dem sich normalerweise das untere Ende der Brennelemente befindet. Wie der Kraftwerksbetreiber Tepco am Donnerstag in Tokio mitteilte, ist zu befürchten, dass das Kühlwasser durch ein Leck in die Sicherheitshülle entweicht. Am Donnerstag wurde auch bekannt, dass wiederum hoch radioaktives Wasser aus dem Kernkraftwerk ins Meer gelangt ist.

          Der Wasserstand in Reaktor 1 war nicht gestiegen, obwohl täglich 150 Tonnen Wasser in den Reaktor gepumpt werden. Tepco geht davon aus, dass Brennelemente geschmolzen und abgesunken sind und sich jetzt auf dem Boden des Reaktors befinden. Da im Reaktor noch Temperaturen zwischen 100 und 120 Grad herrschen, würden die Brennelemente von dem dort vorhandenen Wasser noch gekühlt. Tepco will jetzt noch mehr Wasser in den Reaktor pumpen. Regierungssprecher Edano sagte, der Zustand des Reaktors müsse neu eingeschätzt werden.

          Tepco teilte am Donnerstag ferner mit, am Mittwoch sei festgestellt worden, dass wiederum stark radioaktiv kontaminiertes Wasser ins Meer fließe. Das Wasser komme aus einer Leitung und einer Grube in der Nähe des Reaktors 3. Im Wasser der Grube wurde eine Caesium-134-Konzentration gemessen, die 620 000-mal über dem erlaubten Grenzwert liegt. Im Meerwasser neben der Wassereinleitungsstelle des Kernkraftwerks betrage die Konzentration des radioaktiven Isotops das 32 000-fache des Grenzwertes. Tepco konnte nicht angeben, seit wann das hoch radioaktive Wasser schon ins Meer fließt.

          Tepco hat die Leitung nach eigenen Angaben blockiert und die Grube mit Beton zugeschüttet. Schon Anfang April war hoch radioaktives Wasser aus dem Kernkraftwerk ins Meer geflossen. Regierungssprecher Edano bezeichnete den Austritt hoch radioaktiven Wassers als äußerst bedauerlich und entschuldigte sich bei Anwohnern, der Fischereiindustrie und Nachbarländern. Die Regierung habe die Firma Tepco angewiesen zu untersuchen, wie das Leck entstehen konnte.

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