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Reaktionen auf den Tod Bin Ladins : „Sein Tod hat die Welt besser gemacht“

  • Aktualisiert am

Ein altes Al-Qaida-Propaganda-Poster Bild: dapd

Die Welt reagiert überwiegend erleichtert auf den Tod Usama Bin Ladins. Es sei ein „entscheidender Schlag gegen Al Qaida“ gelungen, sagt auch Kanzlerin Merkel, „aber wir alle werden wachsam bleiben müssen.“

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          Die Welt reagiert erleichtert auf den Tod Usama Bin Ladins und fürchtet nach der amerikanischen Kommandoaktion Vergeltungsschläge. „Der Gerechtigkeit ist Genüge getan“, sagte der amerikanische Präsident Barack Obama. Der Kampf gegen den Terrorismus sei damit aber nicht zu Ende.

          Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy nannte den Tod Bin Ladins eine „historische Niederlage“ für die Plage des Terrorismus. Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi sprach von einem „Schlag gegen das Böse“. Der französische Staatspräsident Sarkozy warnte, das Terrornetz Al Qaida sei mit dem Tod Bin Ladins nicht besiegt: „Der Kampf gegen die Kriminellen (...) muss ohne Unterlass weitergeführt werden und alle Staaten einigen, die Opfer von deren Verbrechen sind.“

          „Entscheidender Schlag gegen Al Qaida“

          Die spanische Regierung bezeichnete den Tod des Al-Kaida-Führers als einen „entscheidenden Schritt im Kampf gegen den internationalen Terrorismus“. Großbritanniens Premierminister David Cameron sagte: „Diese Nachricht ist sehr willkommen in unserem ganzen Land.“ Allerdings bedeute dies nicht das Ende der Terrorbedrohung. Großbritannien müsse in den nächsten Wochen besonders wachsam sein. „Aber es ist, so glaube ich, ein riesiger Schritt nach vorn.“

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ über Regierungssprecher Steffen Seibert erklären, ein „entscheidender Schlag gegen Al Qaida“ sei gelungen. Besiegt sei der internationale Terrorismus damit aber noch nicht: „Wir alle werden wachsam bleiben müssen.“

          „Sein Tod macht die Welt zu einem sichereren Ort“

          Die EU begrüßte den Tod des Terrorchefs als „großen Erfolg“ im Anti-Terror-Kampf. „Sein Tod macht die Welt zu einem sichereren Ort“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy in Brüssel.

          Durchweg positiv kommentierten die skandinavischen Regierungen das Ende Bin Ladins. In Stockholm sagte der schwedische Außenminister Carl Bildt: „Der Tod von Usama Bin Ladin hat die Welt besser gemacht, weil der Hass, den er gepredigt hat, eine Bedrohung für uns alle war.“ Dänemarks Außenministerin Lene Espersen hob in Kopenhagen hervor, dass Bin Ladins Tod „ein Vakuum bei Al Qaida hinterlässt“.

          Dennoch sei der Kampf gegen den Terrorismus nicht vorüber. Auch der norwegische Außenminister Jonas Gahr Støre sprach in Oslo von einer Schwächung des Terrorismus.

          Karzai: „Taliban sollten Lehren ziehen“

          Der afghanische Präsident Hamid Karzai bezeichnete den Tod Bin Ladins als Strafe für dessen Taten. Bin Ladin sei vor und nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in Amerika auch für den Tod Tausender Afghanen verantwortlich, sagte er in Kabul.

          Die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan rief er dazu auf, Lehren aus dem Tod des Terrorchefs zu ziehen und sich dem Friedens- und Versöhnungsprozess im Land anzuschließen. Gleichzeitig erneuerte Karzai seine Forderung an Nato und internationale Gemeinschaft, sich im Kampf gegen den Terrorismus verstärkt auf Pakistan zu konzentrieren und in Afghanistan Zurückhaltung zu wahren. Bin Laden sei im Nachbarland entdeckt und getötet worden. Daher dürfe dieser Kampf nicht „in unseren Häusern und Dörfern“ stattfinden, so der afghanische Staatschef.

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