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In seiner letzten großen Rede : Raúl Castro wirbt für ein neues Verhältnis zu den Vereinigten Staaten

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Kubas Ex-Präsident Raúl Castro ruft zu „respektvollem Dialog“ mit den USA auf Bild: AFP PHOTO / ACN / ARIEL LEY ROYERO

Anlässlich seines Rückzugs von der Spitze der Kommunistischen Partei hat Kubas ehemaliger Präsident Raúl Castro zum „respektvollen Dialog“ mit Washington aufgerufen. Die versöhnlichen Worte markieren das Ende der Ära Castro.

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          Kubas ehemaliger Präsident Raúl Castro hat in seiner letzten großen Rede als Chef der kommunistischen Einheitspartei zu einem „respektvollen Dialog“ mit den Vereinigten Staaten aufgerufen. Kuba sei auch bereit, eine „neue Art der Beziehung“ zu Washington aufzubauen, sagte Castro am Freitag vor hunderten Parteitagsdelegierten in Havanna. Kuba werde dafür aber nicht „die Prinzipien der Revolution und des Sozialismus aufgeben“, versicherte Castro.

          In seiner Parteitagsrede bestätigte der 89-Jährige auch seinen Rückzug vom Amt des Ersten Sekretärs der Kommunistischen Partei Kubas (PCC). Castro sagte, er beende seine Arbeit „mit der Genugtuung, meine Aufgabe erfüllt zu haben, und mit dem Vertrauen in die Zukunft unseres Landes“.

          Das Brüderpaar Castro prägte das Land über Jahrzehnte

          Der Bruder des 2016 verstorbenen langjährigen Präsidenten und Revolutionsführers Fidel Castro hatte schon zuvor angekündigt, auf dem viertägigen Parteitag aus dem Amt zu scheiden. Am Montag soll der 60-jährige Präsident Miguel Díaz-Canel zum neuen Parteichef gewählt werden. Damit geht in Kuba die Ära Castro zu Ende.

          Die Brüder Castro standen mehr als sechs Jahrzehnte an der Spitze des Karibikstaates. Raúl Castros älterer Bruder Fidel, der in Kuba immer noch als máximo líder verehrt wird, hatte von 1959 bis 2006 die Regierungsgeschäfte geführt.

          Als der Revolutionsführer erkrankte, übernahm Raúl Castro 2006 die Regierungsgeschäfte und wurde 2008 formell zum Staatschef gewählt. 2018 übergab er das Präsidentenamt an Díaz-Canel. Nun legt der 89-Jährige auch das höchste Parteiamt nieder.

          Díaz-Canel selbst verspricht Kontinuität und hat sich damit offenbar seine Führungsposition gesichert. In einer durchgesickerten Rede im Jahr 2018 präsentierte er sich als Hardliner, Dissidenten werden unter ihm entschlossen verfolgt, doch in öffentlichen Auftritten wirkt er eher modern und gelegentlich sogar reformfreudig.

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