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Wegen Inhaftierung von Rapper : Spanien erlebt fünfte Nacht in Folge mit Protesten und Krawall

  • Aktualisiert am

Ein Protestzug bewegt sich am Samstagabend durch Barcelona. Bild: Albert Gea/Reuters

Tausende junge Menschen forderten in Barcelona, Madrid und anderen Städten wieder die Freilassung des Rappers Pablo Hasél und mehr Meinungsfreiheit. Einige wurden gewalttätig, es gab Ausschreitungen und Festnahmen.

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          Die Proteste gegen die Inhaftierung eines Rappers wegen Beleidigung des Königshauses hören in Spanien nicht auf. Tausende zumeist junge Menschen gingen am Samstagabend die fünfte Nacht in Folge in verschiedenen Städten des Landes auf die Straße, um die Freilassung des Musikers Pablo Hasél und mehr Meinungsfreiheit zu fordern. Dabei kam es auch zu Ausschreitungen. Im Zentrum der katalanischen Metropole Barcelona versammelten sich nach Schätzung der Polizei mindestens 6000 Demonstranten zur bisher größten Kundgebung.

          Teilnehmer schoben erneut Müllcontainer und andere Gegenstände zu Barrikaden zusammen und setzten sie in Brand. Auf der Prachtavenue Passeig de Gràcia wurden Schaufenster eingeschlagen, Geschäfte geplündert und Polizisten mit Steinen, Flaschen, Böllern und Eiern beworfen. Die Beamten gingen mit Schlagstöcken und Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor. Laut der Zeitung „El Periódico“ wurden wieder Gummigeschosse abgefeuert. Durch eine solche Kugel hatte eine junge Demonstrantin am Dienstag in Barcelona ein Auge verloren.

          Proteste auch in Madrid

          Protestkundgebungen gab es am Samstagabend unter anderem auch in der spanischen Hauptstadt Madrid, in Palma de Mallorca, in Pamplona sowie vor allem in vielen katalanischen Städten, darunter Tarragona und Lleida, der Heimatstadt von Hásel. Allein in Katalonien wurden nach Angaben der Regionalbehörden mindestens elf Menschen festgenommen. Nach Angaben der Rettungskräfte wurden insgesamt sechs Menschen verletzt, davon zwei in Barcelona. In Madrid gingen rund 400 Menschen auf die Straße. In der wichtigsten Einkaufsstraße Gran Vía standen etliche Polizeitransporter, über den Demonstranten kreiste ein Polizeihubschrauber.

          Der wegen Monarchie-Beleidigung und Verherrlichung von Gewalt zu neun Monaten Haft verurteilte Rapper Hasél war am Dienstag festgenommen worden, nachdem er sich geweigert hatte, die Strafe freiwillig anzutreten. Seitdem gibt es in Spanien jeden Abend Proteste. Sie begannen in Haséls Heimat Katalonien.

          Ehemaligen König scharf kritisiert

          Der 32-Jährige hatte den Alt-König Juan Carlos, der sich nach Korruptionsvorwürfen und angesichts von Justizermittlungen nach Abu Dhabi abgesetzt hat, unter anderem einen „Dieb“ genannt und Gewaltfantasien gegen konservative Politiker in seine Texte eingebaut. Er selbst sieht das durch die Künstlerfreiheit gedeckt. Am Donnerstag wurde er zu einer weiteren Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt, weil er in einem Verfahren gegen zwei Polizisten einen Zeugen bedroht haben soll.

          In der Debatte über die umstrittene Verurteilung des Mannes, der bürgerlich Pablo Rivadulla Duró heißt, hatte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Freitag zwar die Gewalt als „inakzeptabel“ verurteilt, gleichzeitig aber Defizite im Rechtssystem eingeräumt. Die spanische Demokratie habe die „anstehende Aufgabe, die freie Meinungsäußerung zu erweitern und zu verbessern“, sagte der sozialistische Politiker.

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