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Randale befürchtet : Athen beschneidet Universitätsasyl

  • Aktualisiert am

Demonstranten protestieren gegen die Einschränkung des Universitätsasyls. Bild: AFP

Wer in Athen Schutz vor politischer Verfolgung sucht, findet diesen auf dem Universitätscampus – bis jetzt. Die neue Regierung schränkt dieses weltweit einzigartige Recht nun ein. Autonome und Anarchisten drohen mit Ausschreitungen.

          Die neue konservative Regierung in Athen hat das weltweit einzigartige griechische Universitätsasyl einschränkt. Das Parlament stimmte am Donnerstagabend mehrheitlich zu, dass die Polizei künftig bei Unruhen und Kriminalfällen auf dem Campus eingreifen kann. Das teilte das Parlamentspräsidium mit. Die Debatte wurde vom Fernsehen des Parlaments übertragen. Ein Einschreiten war bisher erst nach einem komplizierten Verfahren möglich, bei dem sowohl Rektorat als auch Studentenvertreter zustimmen mussten. Anarchisten und Autonome kündigten bereits Gegenwehr an.

          Das Universitätsasyl hat seine Wurzeln im Altertum, es garantierte ursprünglich freie Rede und Lehre. Seit dem vergangenen Jahrhundert gilt es vor allem für jene Menschen, die aus politischen Gründen Schutz vor der Polizei suchen. Mittlerweile nutzen jedoch Drogendealer und illegale Kleinhändler die Hochschulen ebenso als Rückzugsort wie linke Randalierer, während die Polizei machtlos zuschauen muss. Zudem kommt es vor allem in Athen rund um den Campus fast jedes Wochenende zu Randale.

          Linksextreme und autonome Gruppierungen haben angekündigt, gegen die Abschaffung des Asyls zu protestieren. Ob es allerdings schon direkt nach der Abstimmung Ärger gibt, ist fraglich: Die meisten Athener verlassen die glühend heiße Stadt im Monat August in Richtung Meer – und mit ihnen auch viele der Randalierer.

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