https://www.faz.net/-gpf-11l8u

Raketenbeschuss aus dem Libanon : UN verstärken Truppen an Grenze zu Israel

  • -Aktualisiert am

Der Krieg geht weiter, die Hoffnung bleibt Bild: AFP

Nach dem Beschuss Nordisraels durch Katjuscha-Raketen hat die UN-Schutztruppe Unifil mehr Soldaten an die Grenze zu Israel geschickt. Auch die libanesische Armee ist in Alarmbereitschaft. Nach UN-Angaben beschossen die israelischen Streitkräfte am Mittag unterdessen einen Lastwagen mit einer Hilfslieferung für den Gazastreifen.

          2 Min.

          Nach dem Beschuss Nordisraels durch Katjuscha-Raketen aus dem Libanon hat die libanesische Armee am Donnerstag ihre Einheiten an der Grenze zu Israel aufgestockt. Auch die Libanon-Schutztruppe der Vereinten Nationen (Unifil) verstärkte ihre Präsenz in der Nähe des Abschussorts, der weniger als einen Kilometer von der israelischen Grenze entfernt liegt.

          Unifil-Sprecher Andrea Tenenti sagte FAZ.NET, dass am Donnerstagmorgen mindestens drei Raketen in Israel einschlugen. Die israelische Armee reagierte mit Artilleriefeuer auf den Angriff.

          Unifil untersucht Vorfall

          Berichte, wonach danach abermals Raketen in Israel einschlugen, dementierte ein israelischer Polizeisprecher. Es habe sich um einen Fehlalarm gehandelt. In der Stadt Naharija seien zwei Menschen verletzt worden, auch im Kibbuz Mazuba schlug eine Rakete ein.

          Abgeschossen wurden die Katjuschas nur sieben Kilometer südöstlich des Unifil-Hauptquarters. In der Nähe des Abschussorts hatte die libanesische Armee an Heiligabend 2008 acht Raketen entdeckt. Die Unifil kündigte eine Untersuchung des Vorfalls an. Der Unifil-Oberkommandierende Claudio Graziano forderte sowohl Israel wie den Libanon zu Zurückhaltung auf.

          4000 Raketen in 34 Tagen

          Die libanesische Parteimiliz Hizbullah dementierte, für den Beschuss Israels verantwortlich zu sein. Das teilte Libanons Informationsminister Tariq Mitri mit. In Diplomatenkreisen in Beirut hieß es gegenüber FAZ.NET jedoch, dass die Organisation Generalsekretär Hassan Nasrallahs „in irgendeiner Form grünes Licht gegeben“ haben müsse.

          Politische Beobachter in Beirut schlossen aus, dass die Hizbullah direkt für den Raketenbeschuss verantwortlich sei. Seit Ende des Libanon-Krieges 2006, als die Hizbullah in 34 Tagen etwa 4000 Raketen auf Israel abgeschossen hatte, waren nur noch zweimal Geschosse in Israel eingeschlagen - im Juni 2007 und im Januar 2008. Beide Male wurden palästinensische Gruppen für die Angriffe verantwortlich gemacht.

          Nasrallah: „Wir sind bereit, unser Blut zu geben“

          Auch Israel vermutet hinter dem Beschuss am Donnerstag palästinensische Extremisten. Das sagten israelische Militärvertreter nach Angaben von israelischen Medien. Demnach stuften sie den Beschuss als Einzelaktion ein, die im Zusammenhang mit der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen steht.

          Hizbullah-Chef Hassan Nasrallah hatte am Mittwoch Angriffe aus dem Libanon auf Israel hingegen nicht ausgeschlossen. „Wir sind bereit, unsere Seelen, unsere Kinder und unsere Liebsten zu opfern“, sagte er vor zehntausenden Anhängern seiner Miliz. Alles sei möglich.

          UN: Israel beschießt Lastwagen mit Hilfslieferung

          Die israelischen Streitkräfte beschossen nach UN-Angaben am Donnerstag unterdessen einen Lastwagen mit einer Hilfslieferung für den Gazastreifen. Dabei sei der Fahrer getötet worden. Der Zwischenfall habe sich während der dreistündigen Waffenruhe ereignet, die Israel zur Versorgung der Bewohner des Gebiets mit Nahrung und Wasser eingeräumt hat, erklärte UN-Sprecher Adnan Abu Hasna.

          Die UN hätten die Hilfslieferung mit Israel koordiniert, und das Fahrzeug sei mit einer UN-Flagge und -Abzeichen gekennzeichnet gewesen. Die israelischen Streitkräfte erklärten, der Vorfall im nördlichen Gazastreifen werde untersucht.

          Weitere Themen

          Nun geht es darum, die Verantwortung wahrzunehmen Video-Seite öffnen

          Bundesparteitag der Grünen : Nun geht es darum, die Verantwortung wahrzunehmen

          Die Parteispitze um Annalena Baerbock und Robert Habeck wurde mit jeweils über 90 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Nun soll auf dem Erfolg der letzten zwei Jahre aufgebaut werden. F.A.Z. Politikredakteurin Dr. Helene Bubrowski berichtet vom zweiten Tag des Bundesparteitages aus Bielefeld.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.