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Raketenangriff auf Soleimani : Trump wollte Stärke zeigen

Iraner protestieren in Teheran gegen die Tötung Führers der Al-Quds-Brigaden, Qassem Soleimani Bild: Reuters

Provokationen Teherans, unklare Signale aus Washington und die Furcht vor Schwäche: Wie sich die Ereignisse bis zur Tötung Qassem Soleimanis hochgeschaukelt haben.

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          Der Präsident war ungewöhnlich still gewesen. Über Stunden hatte es keine Wortmeldung von Donald Trump gegeben, der die Feiertage in seinem Domizil in Mar-a-Lago in Florida verbringt. Kein Wort zur jüngsten Eskalation in der Iran-Krise. Kein Wort zu den anfänglichen Drohungen gegen Teheran und späteren Relativierungen. Am Donnerstagabend amerikanischer Zeit dann meldete er sich auf Twitter, indem er kommentarlos eine amerikanische Flagge postete. Nichts weiter. Kurz zuvor hatten die Nachrichtenagenturen verbreitet, im Irak habe es einen amerikanischen Luftangriff gegeben.

          Christoph Ehrhardt
          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.
          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.
          Majid Sattar
          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Aus dem Verteidigungsministerium war kurz darauf zu vernehmen, was am Flughafen von Bagdad passiert war: Der Führer der Quds-Brigaden der iranischen Revolutionswächter Qassem Soleimani war getötet worden. Amerikanische Nachrichtendienste hatten seine Bewegungen genau verfolgt. Der Generalmajor hatte ein Flugzeug in Syrien bestiegen und Kurs auf Bagdad genommen. Am Flughafen in der irakischen Hauptstadt warteten zwei Autos auf ihn. Er bestieg einen Wagen. Als die Fahrzeuge das Flughafengelände verlassen wollte, wurden sie von mehreren Raketen getroffen, die eine Drohne des Typs „MQ-9 Reaper“ abgeschossen hatte.

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