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Raketenangriff auf Eilat? : Unklarheit über Explosionen am Roten Meer

  • Aktualisiert am

Erst in der vergangenen Woche hatte die israelische Regierung alle Staatsbürger aufgefordert, den Sinai zu verlassen Bild: dpa

Explosionen in der jordanischen Hafenstadt Akaba mit unklarem Hintergrund haben in der Region Besorgnis ausgelöst. Jordanische Sicherheitskräfte berichteten von Katjuscha-Raketen, die in Richtung Israel abgefeuert worden sein sollen.

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          In der jordanischen Hafenstadt Aqaba ist es am Donnerstagmorgen zu mehreren Explosionen gekommen. Offenbar war der Abschuss von Katjuscha-Raketen die Ursache, die eigentlich die benachbarte israelische Stadt Eilat treffen sollten. Einwohner der Stadt am Roten Meer hatten von Explosionsgeräuschen und Blitzen am frühen Morgen berichtet. Eine Suchaktion in Eilat blieb nach Armeeangaben ohne Ergebnis. Demnach wurden aber Reste von Katjuscha-Raketen in der Nähe von Aqaba gefunden.

          Widersprüchliche Informationen gab es über den Abschussort der Raketen. Die Internetdienste israelischer Zeitungen vermuteten, dass die Geschosse von der ägyptischen Sinai-Halbinsel abgefeuert wurden; eine Rakete sei dabei ins Rote Meer gestürzt, mindestens eine weitere in Aqaba eingeschlagen. Ein Sprecher der ägyptischen Sicherheitskräfte sagte jedoch, es seien keine Raketen von der Sinai-Halbinsel aus abgefeuert worden.

          Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte jordanische Sicherheitskreise, nach deren Angaben die Raketen aus dem Süden Jordaniens abgefeuert, aber noch auf jordanischem Gebiet niedergegangen seien. Der jordanische Informationsminister Nabil al Scharif sprach von einer „begrenzten Explosion“, die nur geringen Schaden angerichtet habe.
          Eilat bisher vom Terror weitgehend verschont

          Erst in der vergangenen Woche hatte die israelische Regierung alle Staatsbürger aufgefordert, den Sinai zu verlassen, weil Terroranschläge und Entführungen unmittelbar bevorstehen könnten. Auf dem Sinai sind seit Jahren Terrorzellen von Al Qaida und wohl auch der libanesischen Hizbullah-Miliz aktiv. Der unter israelischen wie ausländischen Touristen beliebte Badeort Eilat war in den vergangenen Jahren im Vergleich zu anderen israelischen Städten von Terroranschlägen weitgehend verschont geblieben.

          Nur im Jahr 2007 kamen bei einem Selbstmordanschlag drei Personen um. Im Jahr 2005 wurden zudem Katjuscha-Raketen aus Jordanien auf Eilat abgefeuert. Eine explodierte unweit des Flughafens, richtete aber nur Sachschaden an. Gleichzeitig wurden auch ein amerikanisches Kriegsschiff im Hafen von Aqaba und ein Militärkrankenhaus angegriffen; ein jordanischer Soldat wurde dabei getötet.

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