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Raketenangriff : Afghanischer Minister bei getötet - Kämpfe in Herat

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Der afghanische Luftfahrtminister Mirwais Sadeq ist am Sonntag bei einem Raketenangriff in der westafghanischen Stadt Herat getötet worden. Nach dem Attentat kam es zu schweren Kämpfen mit Dutzenden Toten.

          Der afghanische Luftfahrtminister Mirwais Sadeq ist am Sonntag bei einem Raketenangriff in der westafghanischen Stadt Herat getötet worden. Nach dem Attentat kam es zu schweren Kämpfen mit Dutzenden Toten in der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Ein Vertreter der Kabuler Zentralregierung in Herat sagte, genaue Zahlen lägen nicht vor. Sadeq war der Sohn des mächtigen Kriegsherrn und Gouverneurs von Herat, Ismail Khan. Die Kämpfe in Herat hielten nach Augenzeugenberichten bis in die Nacht zu Montag an.

          Auf Khan war erst am Sonntagmorgen ein Anschlag verübt worden. Der Gouverneur war unverletzt geblieben. Die in Pakistan ansässige afghanische Nachrichtenagentur AIP meldete, bei dem Anschlag auf den Gouverneur habe es sich um einen Umsturzversuch gehandelt. Ein Khan loyaler Kommandeur machte Anhänger eines Armeegenerals dafür verantwortlich. Augenzeugen berichteten, Anhänger Khans hätten das Haus eines hochrangigen Armeeführers und eine Armeebaracke umstellt.

          Sadeq ist der dritte afghanische Minister, der seit dem Sturz des radikalislamischen Taliban-Regimes Ende 2001 einem Attentat zum Opfer fiel. Sein Vorgänger im Amt, Abdul Rahman, wurde Anfang 2002 am Flughafen von Kabul getötet. Der afghanische Vizepräsident Haji Qadir war zuvor vor seinem Amtssitz in Kabul erschossen worden. Auch auf Karsai wurde bereits mindestens ein Attentatsversuch unternommen.

          Herat an der Grenze zum Iran galt bislang als eine ruhige Provinz, die Khan unangefochten regierte. Zwischen der Zentralregierung in Kabul und dem Gouverneur kam es allerdings vor allem um die üppigen Einnahmen Khans mehrfach zu Streit. Herat ist eine der wohlhabendsten Provinzen Afghanistans.

          Der afghanische Präsident ordnete eine Untersuchung der Vorfälle an und entsandte eine Delegation unter Führung von Verteidigungsminister Mohammad Fahim und Innenminister Ali Ahmad Dschalali nach Herat. Sie werden dort auch an dem Begräbnis des Luftfahrtministers teilnehmen.

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