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Feuerpause : Waffenruhe im Gazastreifen und Süden Israels hält an

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Ein Gebäude in Gaza-Stadt explodiert nach einem israelischen Luftangriff: Am Wochenende hatte die Gewalt im Gazastreifen gefährlich zugenommen. Bild: dpa

Es ist die Wende nach der Gewalteskalation mit 20 Toten am Wochenende: Radikale Palästinenser und Israel haben offenbar eine Waffenruhe für den Gazastreifen vereinbart – und bislang scheint sie zu halten.

          Nach den schwersten Gefechten zwischen Israel und Palästina seit Monaten ist am Montag im Gazastreifen und Süden Israels Ruhe eingekehrt. Unter Vermittlung von Ägypten sei am frühen Morgen eine Waffenruhe vereinbart worden, sagten zwei Palästinenser-Vertreter.

          Israel wollte sich dazu nicht äußern. Das Militär hob aber nach eigenen Angaben Schutzmaßnahmen für die eigene Bevölkerung auf. Auch meldete die Armee keine weiteren Luftangriffe auf den Gazastreifen. Damit schien die Gefahr vorerst gebannt, dass die über das Wochenende eskalierte Gewalt mit vielen Toten auf beiden Seiten in einen längeren bewaffneten Konflikt ausufert.

          Trump sicherte Israel seine Unterstützung zu

          Auch ein Fernsehsender der im Gazastreifen regierenden Islamisten-Miliz Hamas berichtete über einen Waffenstillstand. Neben Ägypten hatten sich auch die Vereinten Nationen (UN) um eine Feuerpause bemüht. Die Feuerpause gelte ab Montag um 4.30 Uhr, sagten Vertreter der Palästinensergruppen und Ägyptens.

          Im Süden Israels schwiegen die Luftschutz-Sirenen am frühen Montagmorgen. Das ganze Wochenende über hatten sie die Bevölkerung immer wieder vor Angriffen gewarnt. Durch den Beschuss aus dem Gazastreifen wurden am Sonntag in Israel vier Zivilisten getötet. Im Gazastreifen starben durch israelische Raketen 19 Menschen, mehr als die Hälfte von ihnen ebenfalls Zivilisten.

          Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern aus dem Gazastreifen hatte sich am Samstagmorgen zugespitzt, nachdem es am Freitag bei Demonstrationen an der Grenze gewaltsame Zusammenstößen gegeben hatte. Das Militär erklärte, seitdem seien über 600 Raketen auf Städte und Dörfer im Süden Israel abgefeuert worden, über 150 seien abgefangen worden. Die Armee habe ihrerseits über 260 Ziele angegriffen, die militanten Gruppen im Gazastreifen zugeordnet würden.

          Amerikas Präsident Donald Trump hatte Israel angesichts der Gewalteskalation am Sonntagabend seine volle Unterstützung zugesichert. „Wir unterstützen Israel zu 100 Prozent bei der Verteidigung seiner Bürger“, schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter. Zugleich forderte er die Palästinenser zur Beendigung der Raketenangriffe auf: „Diese Terrorakte gegen Israel werden euch nichts bringen, außer noch mehr Not.“

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