https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/queen-elisabeth-ii-ernennt-liz-tuss-zur-britischen-premierministerin-18295940.html

Britische Regierungsübergabe : Ungewöhnlicher Machtwechsel im schottischen Nebel

Liz Truss am Dienstag bei Königin Elisabeth II. auf Schloss Balmoral Bild: AP

Bevor Liz Truss von der Queen in Schottland zur Bildung einer neuen Regierung eingeladen wird, hält Boris Johnson eine bemerkenswerte Abschiedsrede. Sie lässt ihm viele Türen offen.

          3 Min.

          Der lange, reiseträchtige Tag der Machtübergabe begann ungewöhnlich – und ungewöhnlich früh. Schon um 7.30 Uhr erschien Boris Johnson vor seinem Amtssitz in London und bedankte sich bei den mehreren Hundert Mitarbeitern und Weggefährten, unter ihnen seine Frau Carrie, die im Morgengrauen den Weg in die Downing Street gefunden hatten. Der erste Satz seiner Rede, deren Duktus eher kämpferisch als melancholisch war, lautete: „This is it, Folks.” Das war`s, Freunde.

          Jochen Buchsteiner
          Politischer Korrespondent in London.

          Bei jedem anderen wäre der kurze Satz als eindeutiger und endgültiger Abschied interpretiert worden, nicht aber bei Boris Johnson. „Wäre ,That´s all, Folks‘ nicht zweifelsfreier gewesen?“, fragte sich ein sprachpenibler Beobachter. Und ließ nicht auch das Bild Fragen offen, mit dem der scheidende Premierminister seinen Abschied umschrieb? Er sei nun „wie eine dieser Trägerraketen, die ihre Funktion erfüllt hat und wieder sanft in die Atmosphäre eintritt und unsichtbar irgendwo in einem entfernten Teil des Pazifiks versinkt”, sagte er. Das war einerseits ein typisches Beispiel Johnsenscher Barock-Metaphorik und natürlich auch eines für die in England beliebte „self-deprication”, also eine Art ironischer Selbstherabsetzung. Andererseits kann jemand wirklich wissen, ob sich aus den Tiefen des Pazifiks nicht irgendwann wieder etwas oder jemand erhebt?

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          DFB-Direktor Oliver Bierhoff und Bundestrainer Hansi Flick (links)

          WM-Blamage und „One Love“-Farce : Zeit für eine Zäsur im DFB-Team

          Ein Neuanfang im deutschen Fußball war mit Oliver Bierhoff nicht vorstellbar. Nun verlässt er den DFB. Auch Bundestrainer Hansi Flick hat keine Argumente geliefert, weshalb er bis zur Heim-EM 2024 bleiben sollte.