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Für Politiker und Geflüchtete : Qatars Schlüsselrolle im Afghanistan-Konflikt

Ein Wohnkomplex für Afghanen in Doha Bild: AFP

Das Emirat hat sich als Vermittler in Afghanistan unentbehrlich gemacht. Es empfängt internationale Diplomaten, nimmt afghanische Regierungsmitglieder und Flüchtlinge auf. Doch das Engagement gilt auch Qatars eigenen Interessen.

          6 Min.

          Man könnte fast denken, der Mann sitze nicht an seinem Esstisch, sondern in seinem Büro. „Die Afghanen werden die Herrschaft der Taliban nicht akzeptieren“, sagt Wahid Qatali, einer der führenden Berater des afghanischen Präsidenten Ashraf Ghani, der unter anderem für kurze Zeit Gouverneur der Provinz Herat war. Doch im Hintergrund steht nicht die afghanische Flagge, sondern ein Fernseher, auf dessen Bildschirm Zeichentrickfilme für die Kinder laufen. Qatali hält sich seit den Ereignissen in Kabul, die er als „Kollaps“ bezeichnet, in Qatar auf. Zu bewaffneten Getreuen kam er nicht mehr durch, als die Taliban nach Kabul einmarschierten, wie er sagt.

          Christoph Ehrhardt
          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.

          Also versteckte er sich, legte nach ein paar Tagen traditionelle Kleidung an und schlug sich in der Dunkelheit zum Flughafen durch. Jetzt lebt Qatali, bis klar ist, wie es für ihn weitergeht, wie andere Schutzbefohlene in einer Anlage, die eigentlich errichtet worden ist, um während der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 Fans zu beherbergen. Wie in einem Reihenhausviertel stehen hier zweistöckige Bauten dicht an dicht, in einer Hauruck-Aktion mit Möbeln und Internetverbindungen ausgestattet. Auf der Straße spielen afghanische Kinder Fußball.

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