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Energieminister Qatars : „Es braucht Jahre, die Abhängigkeit von Russland zu verringern“

Qatars Energieminister Saad al-Kaabi im Juli 2017 in Doha Bild: Reuters

Qatar wird wegen Russlands Krieg in der Ukraine heftig als Ersatzlieferant für Erdgas umworben. Entsprechend selbstbewusst gibt sich der Energieminister. Einen konkreten Deal mit Deutschland gebe es bisher nicht.

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          Es dauert ein wenig, bis Saad al-Kaabi sein weitläufiges Büro durchquert hat. In der Hand hält er einen Pappbecher, der nicht so recht in seine imposante Umgebung passt. Das sei noch den Sicherheitsmaßnahmen der Corona-Pandemie geschuldet, wird der qatarische Energieminister später erklären. Aber der Bruch in der Szenerie passt ins Bild. Al-Kaabi mag Kabinettsmitglied eines Landes sein, das gerade heftig von westlichen Regierungen umworben wird.

          Christoph Ehrhardt
          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.

          Aber Dünkel hat er keinen. Eher die selbstbewusste Schnörkellosigkeit eines in den Vereinigten Staaten ausgebildeten Spitzenmanagers, der ein extrem begehrtes Produkt verkauft – al-Kaabi ist zugleich Chef des staatlichen Konzerns Qatar Energy. So klingt es wie eine nüchterne Feststellung, wenn er sagt: „Ich denke, jeder auf Welt, der Gas kauft, macht in Qatar Station, um zusätzliches Gas zu kaufen.“

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