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Putschversuch in Bangui? : Bangen um Frieden vor Wahl in Zentralafrika

Ein Blauhelm-Soldat aus Bangladesch im September an der Grenze zu Kamerun Bild: AFP

Anderthalb Jahre ist es her, dass ein Friedensabkommen in Zentralafrika dem krisengebeutelten Land Ruhe versprach. Kurz vor der Wahl stehen die Zeichen wieder auf Konflikt.

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          Ein friedlicher Machtwechsel durch eine Wahl hat Seltenheitswert in der Zentralafrikanischen Republik. Knapp eine Woche bevor die Bürger zu den Urnen gehen und eineinhalb Jahre nach einem vielbeachteten Friedensabkommen spitzt sich die Sicherheitslage in dem krisengebeutelten Staat dramatisch zu. Nach Agenturberichten hatten Blauhelmsoldaten der UN-Friedensmission Minusca am Wochenende bewaffnete Gruppen bei einem Marsch auf die Hauptstadt Bangui gestoppt. Die Regierung habe eine Blockade Banguis befürchtet. Mittlerweile haben Ruanda und Russland Hunderte Soldaten in das Land geschickt. UN-Blauhelme sind schon seit 2014 dort, derzeit sind es mehr als 12.000.

          Claudia Bröll

          Freie Autorin für die Wirtschaft in Südafrika.

          Die drei großen Rebellenverbände, die gemeinsam mehr als zwei Drittel des Territoriums des Landes kontrollieren, werfen dem Staatspräsidenten Faustin Archange Touadéra vor, die bevorstehenden Wahlen manipulieren zu wollen. Er wiederum bezichtigt seinen Vorgänger François Bozizé, einen Putsch vorzubereiten. Der frühere Präsident habe sich mit Verwandten und bewaffneten Gruppen zusammengetan, um zwei Städte in der Nähe Banguis zu besetzen. „Es ist offenkundig ein Umsturzversuch“, sagte ein Regierungssprecher im Fernsehen.

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          Danika Maia

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