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Nach Kritik von Gabriel : Merkel: Es fehlt nicht an emotionaler Nähe zur Türkei

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Vertrauliches Miteinander: Bundeskanzlerin Merkel beim türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan am 23. Mai in Istanbul Bild: dpa

Der Wirtschaftsminister und SPD-Chef hat die Kanzlerin kritisiert: Gabriel sagte, die Bundesregierung hätte nach dem Putschversuch in der Türkei schneller reagieren müssen. Jetzt antwortet die Kanzlerin.

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          Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Eindruck mangelnder emotionaler Nähe zur Türkei nach dem Putschversuch Mitte Juli zurückgewiesen. „Es hat an Verständnis in keiner Weise gefehlt“, betonte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Einen entsprechenden Vorwurf hatte am Wochenende SPD-Chef Sigmar Gabriel geäußert.

          „Die Reaktion der Bundesregierung, auch der Bundeskanzlerin, auf den Putsch in der Türkei war prompt, sie war sehr klar“, erklärte Seibert. Auch in späteren Telefongesprächen mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan habe Merkel deutlich gemacht, dass sie den tiefen und auch traumatischen Einschnitt durch den blutigen Umsturzversuch von Militärs sehr wohl anerkenne.

          Gabriel hatte am Sonntag in Berlin gesagt: „Wahrscheinlich hätten wir schneller hinfahren müssen - am selben Tag oder am Tag danach. Wahrscheinlich hätten wir viel stärker unsere emotionale Beteiligung zeigen müssen.“ Nicht nur die unmittelbar vom Putschversuch bedrohte türkische Staatsführung um Erdogan, sondern auch seine Gegner in der Opposition oder türkischstämmige Menschen in Deutschland „fühlen sich zurückgewiesen von uns“, sagte der Vizekanzler.

          Erdogan selbst hatte mit Blick auf die EU geklagt, er vermisse Anteilnahme und Solidarität nach dem Putschversuch. Gut drei Wochen danach hatte Deutschland einen Staatssekretär und damit erstmals einen Vertreter der Bundesregierung nach Ankara geschickt.

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