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Putsch in Mali : Und wieder diktiert die Armee

Malische Soldaten werden in Bamako gefeiert. Bild: AFP

Mali galt lange als Musterdemokratie Afrikas. Das ist längst Geschichte. Die Meuterei vom Dienstag erinnert an den Putsch von 2012. Einblicke in ein Land, das schon vor Jahren im Chaos versank.

          5 Min.

          Zu fünft traten die neuen Machthaber am Mittwochmorgen vor die Kamera des malischen Staatsfernsehens ORTM. Das Land sei „ins Chaos, in die Anarchie und in die Unsicherheit“ gestürzt, erklärte der Anführer der Putschisten, Ismael Wagué, in ausgewaschener grüner Uniform und mit einem blauen Barett auf dem Kopf. Deshalb sei man gezwungen gewesen, ein „Nationales Komitee für die Errettung des Volkes“ zu gründen.

          Thilo Thielke

          Freier Berichterstatter für Afrika mit Sitz in Kapstadt.

          Dann verkündete Wagué, bisher stellvertretender Leiter vom Generalstab der Luftwaffe, die Grenzen des westafrikanischen Landes seien geschlossen und eine Ausgangssperre zwischen neun Uhr abends und fünf Uhr morgens verhängt worden. Die Protestbewegung Rassemblement des Forces Patriotiques (M5-RFP), die seit Wochen gegen die Regierung des bisherigen Präsidenten Ibrahim Boubacar Keïta demonstriert hatte, möge sich den Soldaten anschließen. Die Armee werde einen „zivilpolitischen Übergang“ einleiten und innerhalb eines „angemessenen Zeitrahmens“ Neuwahlen organisieren.

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