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Rebellion bei den Tories? : Die „Pork Pie Putscher“ sägen an Johnsons Stuhl

Boris Johnson am Mittwoch im Unterhaus Bild: AFP

Bei den Tories wird das Gemurmel über einen Aufstand gegen Parteichef Boris Johnson lauter. Besonders jüngere Abgeordnete sind unzufrieden. Der Premierminister schafft derweil die Corona-Beschränkungen ab.

          2 Min.

          Die Heimat des Pork Pie, der britischen Schweinefleischpastete im Teigmantel, wird in Melton Mowbray verortet, einem Städtchen in der Grafschaft Leicestershire. Den Wahlkreis vertritt die relativ unbekannte Tory-Abgeordnete Alicia Kearns, und weil die sich gerade mit Gleichgesinnten gegen ihren Parteivorsitzenden Boris Johnson engagiert, sprechen findige Journalisten vom „Pork Pie Putsch“. Es würde zum farbigen Leben des Premierministers passen, brächte ihn eine Bewegung zu Fall, die nach 18. Jahrhundert klingt. Aber hat der Schweinefleischpastetenaufstand die Kraft dazu?

          Jochen Buchsteiner
          Politischer Korrespondent in London.

          Kearns und ihre Weggefährten gehören dem „2019-Intake“ an, wurden also erst vor gut zwei Jahren ins Parlament gewählt – viele von ihnen in Wahlkreisen, die über Generationen von Labour-Abgeordneten vertreten worden waren. Mehr als zehn von ihnen sollen schon „Misstrauensbriefe“ an das „1922-Kommitee“ geschickt haben, jenes Fraktionsgremium, das Misstrauensvoten organisiert. Einer von ihnen, Christian Wakeford, wechselte am Mittwoch sogar zur Labour Party. Hinzu kommen enttäuschte Abgeordnete aus verschiedenen Ecken der Fraktion, darunter einige Erz-Brexiteers und frühere Minister, die schon deshalb schlecht auf Johnson zu sprechen sind, weil sie durch ihn den Job verloren haben. Nur der Vorsitzende des „1922-Komitees“, Graham Brady, weiß, wie viele Briefe schon eingetroffen sind. An die Öffentlichkeit gehen wird er erst, wenn 15 Prozent der Tory-Abgeordneten Johnsons Ablösung schriftlich verlangt haben. Das wären 54 Briefe.

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