https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/putins-propaganda-ukraine-konflikt-im-russischen-staatsfernsehen-17804420.html

Putins Propaganda : Was Russen über den Ukraine-Konflikt glauben sollen

Wie denken sie über den Konflikt? Menschen laufen über den Roten Platz in Moskau. Bild: Reuters

Im russischen Staatsfernsehen sind Vorbereitungen eines Angriff auf die Ukraine kein Thema. Als Aggressor erscheint hier Kiew. Westliche Warnungen werden als „russophobe Panik“ abgetan.

          2 Min.

          Wer wissen will, wie die Russen nach dem Willen der Machthaber auf die Lage im Ukraine-Konflikt blicken sollen, ist bei Dmitrij Kisseljow an einer zuverlässigen Adresse. Sonntags um 20 Uhr stellt der 67 Jahre alte Staatsfernsehmann, der erfolglos gegen die Aufnahme auf die EU-Sanktionsliste geklagt hat, die „Nachrichten der Woche“ vor, gleichsam spiegelverkehrt zur Darstellung im Westen. Bei Kisseljow gelten Warnungen vor einem russischen Angriff auf die Ukraine als „Hysterie“ und „russophobe Panik“.

          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Ein Manöver der ukrainischen Streitkräfte, das auf die Übungen der russischen Streitkräfte mit und in Belarus reagieren soll, sieht bei Kisseljow „nicht nach einem Defensivmanöver aus“. Vielmehr bereite das „Kiewer Regime“ einen Angriff auf die „Volksrepubliken“ von Donezk und Luhansk vor. Der Donbass solle „von allem Russischen gesäubert werden“. „Tausende friedliche Bürger gequält und bestialisch getötet“, kündigt Kisseljow einen Beitrag an. Darin sieht man Bilder von Leichnamen, unklar bleibt, wann und wo sie aufgenommen wurden. Ukrainische „Nazis“ – als welche die Gegner traditionell dargestellt werden – erhielten Waffen aus den USA, heißt es, gezeigt werden an einem Flughafen ankommende Kisten.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Blick auf den Rhein bei Orsoy

          Not durch tiefe Pegelstände : „Wir sind der system­relevante Riese“

          Die Rheinpegel sind mittlerweile so gefallen, dass mitten in der Energiekrise weniger Kohle verschifft werden kann. Das Niedrigwasser legt auch die jahrzehntelangen Versäumnisse im Wasserstraßenbau offen.
          Ein Uniper-Gaskraftwerk in Nürnberg-Gebersdorf

          Uniper-Aktie im Check : 50 Millionen Euro Verlust – am Tag

          Vor nicht allzu langer Zeit war der Gaskonzern Uniper der Liebling der Anleger. 2022 ist der Aktienkurs des Unternehmens jedoch dramatisch gefallen. Bringt der Einstieg des Staates die Wende?
          Zwei sowjetische Panzer vom Typ T-34 stehen neben dem Zugang zum Sowjetischen Ehrenmahl in Berlin.

          Russisches Geschichtsbild : Befreier und Erlöser

          Das Geschichtsbild der russischen Regierung hat keinen faktischen Kern und keine Moral. Was zählt, sind territoriale Expansion und die Konsolidierung der Macht. Ein Gastbeitrag.