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Recherchen zu „Putins Palast“ : Degustationsraum mit Meerblick für den russischen Präsidenten

Drohnenansicht von „Putins Palast“ an der Schwarzmeerküste aus einem von Alexej Nawalnyj produzierten Youtube-Video Bild: Foto Alexej Navalnyj/Youtube/F.A.Z.

Recherchen von Nawalnyjs Stiftung FBK liefern Details zu einem Prachtbau am Schwarzen Meer, der auch „Putins Palast“ genannt wird. Der Kreml reagiert verärgert und spricht von „Informationsattacken auf das Staatsoberhaupt“.

          3 Min.

          Wir haben Putin hundert Milliarden Rubel verbrannt.“ So schildert Georgij Alburow am Dienstagabend im Online-Sender TV Doschd die Folgen der jüngsten Recherche der Stiftung zum Kampf gegen Korruption (FBK), für die er selbst arbeitet. Die Recherche liefert Details zu einem als „Putins Palast“ bekannten Prachtbau am Schwarzen Meer. Sie zeigt neoimperialen Protz im Stil zwischen Versailles, Winterpalast und Las Vegas, mit Rohstoffgeld bezahlt, vom Geheimdienst bewacht. Ob Russlands Präsident sich je in dem Anwesen aufgehalten hat, das seit eineinhalb Jahrzehnten gebaut wird, ist unklar. Dass Putin dort jemals wohnen wird, schließt Alburow mittlerweile aus.

          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Deshalb sei das Geld für den Bau, nach heutigem Kurs mehr als eine Milliarde Euro, verloren: Kein Geheimdienst könne nun, da „Millionen Leute wissen, wo dein Bett ist, wo deine Steckdose ist“, die Sicherheit garantieren. „Der Ort wird für Putin mit seiner Paranoia einfach untauglich zum Leben.“ Seit langem arbeitet Alburow für Alexej Nawalnyjs FBK, taucht selbst in Online-Filmen zu den Recherchen auf: Er ist der Spezialist für Drohnen, die über umzäunten Villen kreisen. Jetzt wagte sich Alburow in einem Schlauchboot aufs Meer vor das Kap Idokopas nahe der Stadt Gelendschik. Dreimal stieß die Drohne, berichtete Alburow, gleichsam gegen eine „unsichtbare Wand“ durch Störsender, er musste die Drohne zurückholen; der vierte Versuch lieferte Bilder des Palasts. Vergebens waren die Schifffahrts- und Flugverbotszonen um das Gelände, das aus dem Staatsgebiet herausgetrennt wurde. Nawalnyj übernimmt die Schilderung der Bilder, unterhaltsam und polemisch.

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