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Russland im Krieg : Wer nicht zum Z hält, gilt als Verräter

Der Buchstabe „Z“ und der Hashtag „Wir lassen die unseren nicht im Stich“ an einer Hauswand in Sankt Petersburg Bild: EPA-EFE

Viele im Westen erinnert der Krieg in der Ukraine an längst überwunden geglaubte Zeiten. Gewalt stand jedoch schon am Beginn von Putins Herrschaft.

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          Die Polizisten in Schwarz, die in Russland dieser Tage Demonstranten davonschleppen, haben neuerdings ein Zeichen am Helm: das Z. Es prangt auch an Panzern und Haubitzen, aus denen russische Soldaten ukrainische Stellungen und Wohnblocks beschießen. Das Z soll sich ableiten aus der englischen Transkription des russischen Wortes „für“, steht „für den Sieg“, oder „für den Präsidenten“, auch für „Schutz“.

          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Staatsdiener organisieren Autokorsos im Zeichen des Z, sie lassen Eisenbahner, Studenten, in Kasan an der Wolga sogar todkranke Kinder aus einem Hospiz in Z-Formation antreten, um zu zeigen, dass sie Wladimir Putins bisher schwerwiegendste Entscheidung unterstützen: die „militärische Spezialoperation“ gegen die Ukraine. Im Zeichen des Z sind in Russland letzte Inseln der Freiheit verschwunden. Wer nicht zum Z hält, gilt als ein Verräter.

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