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Putin und Obama : Das große Scheitern

Selten war ein Scheitern so eklatant wie der Versuch eines Neustarts zwischen Amerika und Russland zu Beginn der Obama-Regierung. Auch jetzt wird sich zunächst nichts mehr ändern. Denn Putin wartet auf Trump.

          Dass ein politisches Ziel nicht erreicht wird, ist weder ungewöhnlich noch skandalös. Das kommt vor. Aber selten war ein Scheitern so eklatant wie der mit viel Tamtam ausgerufene Versuch eines Neustarts der amerikanisch-russischen Beziehungen zu Beginn der Obama-Regierung. Vor knapp acht Jahren sollte zwischen Washington und Moskau vieles besser werden; heute reicht es gerade mal zu einem vierminütigen Gespräch der Präsidenten Obama und Putin. Selten sind Erwartungen so enttäuscht worden wie in diesem Fall; zu einem Gutteil haben sich das die Obama-Leute selbst zuzuschreiben, glaubten sie doch, an dem schlechten Verhältnis damals sei allein die Regierung Bush schuld.

          Um Erfahrungen mit Putin in der Ukraine und in Syrien reicher, würden sie die russische Führung heute nicht mehr so leicht exkulpieren, im Gegenteil. Man sieht ja, welcher Kriegführung, gegen Aleppo etwa, sie ihren Segen gibt. Zu glauben, mit Russland könne es noch während Obamas verbleibenden Monaten zu Ergebnissen kommen, ist reine Verzweiflung. Putin hat mit Obama nichts mehr im Sinn, er wartet auf Trump.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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