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Russische Hooligans : Putin sorgt mit Kommentar zu EM-Krawallen für Lacher

  • Aktualisiert am

Fußball-EM in Frankreich: Bei einem Spiel mit russischer Beteiligung randalieren angereiste Hooligans im Stadion. Bild: dpa

Nach den Ausschreitungen bei der Fußball-EM in Frankreich appelliert Russlands Präsident an Vernunft und Sportleidenschaft. Seine Bemerkung zu den blutigen Krawallen in Marseille ist dagegen weniger ernsthaft.

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          Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Krawalle bei der Fußball-EM in Frankreich verurteilt, zugleich aber vor einer Überbewertung der Rolle russischer Hooligans bei den Ausschreitungen gewarnt. „Die Gewalt zwischen russischen und englischen Fans war eine Schande“, sagte Putin am Freitag bei einem Wirtschaftsforum in St. Petersburg.

          „Aber ich verstehe wirklich nicht, wie 200 von unseren Fans mehrere tausend Engländer zusammenschlagen konnten“, fügte Putin unter dem Gelächter und dem Applaus seiner Zuhörer hinzu. Außerdem müsse der Umgang der Polizei und der Gerichte „bei allen Vergehen gleich sein“.

          Putin äußerte die Hoffnung, dass die russischen Fans sich beim letzten Vorrunden-Spiel ordentlich benähmen: „Ich hoffe, dass Leute mit kühlem Kopf unter ihnen sind, die den Sport wirklich lieben und verstehen, dass jedes Vergehen ihre Lieblingsmannschaft nicht unterstützt, sondern dem Team und dem Sport schadet.“ Die russische Nationalmannschaft muss in ihrem letzten Vorrundenspiel, das am Montagabend (21.00 Uhr) in Toulouse stattfindet, gegen Wales gewinnen, um ihre Chance auf das Achtelfinale zu wahren.

          Russen werden aus Frankreich ausgewiesen

          Bei blutigen Auseinandersetzungen zwischen englischen und russischen Fans waren am Samstag in Marseille 35 Menschen verletzt worden, einige davon schwer. Die Gewalt ging offenbar vor allem von organisierten russischen Hooligans aus, fast alle Verletzte waren Engländer. Da russische Fans auch im Stadion los prügelten, droht der europäische Fußballverband Uefa Russland mit dem Ausschluss aus dem Turnier, sollte sich derartiges wiederholen.

          Am Donnerstag wurden in Frankreich drei russische Hooligans wegen der Krawalle zu Strafen zwischen einem und zwei Jahren Haft verurteilt. 20 weitere, unter ihnen der Chef der Vereinigung russischer Fußballfans, der Nationalist Alexander Schprygin, wurden des Landes verwiesen und sollten am Samstag ausgeflogen werden, wie das russische Außenministerium am Freitag mitteilte. Russland ist 2018 Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft.

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