https://www.faz.net/-gpf-ygna

Putin greift den Westen an : „UN-Resolution ist Aufruf zum Kreuzzug“

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Der russische Ministerpräsident Putin hat den Westen wegen des Vorgehens in Libyen scharf kritisiert. Präsident Medwedjew hält dagegen Vergleiche mit Kreuzzügen für „unangebracht“.

          Der russische Ministerpräsident Putin hat am Montag den Westen wegen des Vorgehens in Libyen scharf kritisiert. Die Resolution des UN-Sicherheitsrates zu Libyen sei „schädlich“ und erlaube „alles“. Sie erinnere daher „an einen mittelalterlichen Aufruf zum Kreuzzug“.

          Das libysche Regime sei zwar undemokratisch, aber das berechtige niemanden zur militärischen Einmischung in einen innenpolitischen Konflikt, selbst wenn dieser, wie in Libyen, mit Waffen ausgetragen werde. Leider sei es inzwischen ein vorherrschender Zug amerikanischer Politik, militärisch in anderen Ländern zu intervenieren.

          Zuerst seien Jugoslawien und Belgrad an der Reihe gewesen, dann Afghanistan, der Irak und nun eben Libyen. Der Schutz der Zivilbevölkerung sei nur Vorwand für eine Intervention gewesen, denn inzwischen würden Zivilisten getötet. „Wo ist da die Logik, wo das Gewissen? Weder das eine noch das andere sind da“, sagte Putin. Die Ereignisse in Libyen zeigten, dass Russland richtig handle, wenn es seine eigene Sicherheit militärisch stärke.

          Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin: „Wo ist da die Logik, wo das Gewissen?

          Präsident Dmitrij Medwedjew kritisierte Putin wegen dieser Äußerungen. Vergleiche mit den Kreuzzügen seien „unangebracht“, sagte Medwedjew laut der Agentur Interfax in Moskau.

          Aussagen wie die von Putin förderten das Aufeinanderprallen der Kulturen. „So kann alles noch viel schlimmer enden, als es ohnehin schon ist. Daran sollte jeder denken“, sage Medwedjew, der Putin sonst nicht direkt kritisiert. Medwedjew bekräftigte allerdings auch, dass Russland an keinerlei Operationen zur Durchsetzung des Flugverbotes über Libyen teilnehmen werde und sich auch in keiner Weise beteiligen werde, wenn es zu militärischen Operationen am Boden kommen sollte.

          Weitere Themen

          Scholz erklärt seinen Meinungswandel

          Bundesfinanzminister : Scholz erklärt seinen Meinungswandel

          Er befürwortet eine Doppelspitze und sucht noch eine Partnerin, aber fest steht: Olaf Scholz will als Kandidat um den Vorsitz der SPD antreten. Dabei war er vor Kurzem noch ganz anderer Meinung.

          Topmeldungen

          Nach Unwettern : Verkehr in Teilen Deutschlands gestört

          Ein starkes Unwetter sorgt in Teilen Deutschlands für Störungen und Ausfälle im Bahnverkehr. Auch auf vielen Autobahnen gibt es massive Behinderungen. Am Frankfurter Flughafen wird die Abfertigung zwischenzeitlich eingestellt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.