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Pussy Riot : Russische Aktivistinnen weisen Vorwurf des „religiösen Hasses“ zurück

  • Aktualisiert am

Hinter Glas: Die drei angeklagten Mitglieder der Band Pussy Riot im Gerichtssaal. Bild: dpa

In Russland hat die Hauptverhandlung gegen drei Mitglieder der regierungskritischen Gruppe Pussy Riot begonnen. Die Frauen bekannten sich nicht schuldig.

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          Im Prozess wegen „Rowdytums aus religiösem Hass“ haben sich drei Mitglieder der russischen Punkrockband Pussy Riot am Montag nicht schuldig bekannt. Den zwischen 23 und 29 Jahre alten Frauen wird vorgeworfen, mit zwei anderen Band-Kolleginnen Ende Februar die orthodoxe Christ-Erlöser-Kathedrale gestürmt und den damaligen russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin beleidigt zu haben.

          Bei der Aktion trugen sie grellbunte Skimasken und Miniröcke und skandierten Parolen wie: „Mutter Maria, treibe Putin davon.“ Videoaufnahmen von dem Vorfall zeigen schockierte Kirchgänger. Eine der Angeklagten sagte am zweiten Prozesstag in Moskau, es tue ihr leid, wenn sich Gläubige durch den Auftritt der Band angegriffen gefühlt hätten. Es sei nicht ihre Absicht gewesen, jemanden zu beleidigen, sagte die 23 Jahre alte Aktivistin.

          Angeklagten drohen sieben Jahre Gefängnis

          Ziel der Aktion sei es vielmehr gewesen, die Unterstützung des orthodoxen Patriarchen Kirill für Putin zu kritisieren, hieß es in einer von den Anwälten verlesenen Erklärung. Der Auftritt fand zwei Wochen vor der Präsidentschaftswahl statt, bei der Putin zum dritten Mal zum Staatschef gewählt wurde. Wegen Randalierens drohen den jungen Frauen nun bis zu sieben Jahre Gefängnis. Zuletzt war die Untersuchungshaft für die Angeklagten um weitere sechs Monate bis Anfang kommenden Jahres verlängert worden. Zwei weitere Teilnehmerinnen an der Protestaktion in der Christ-Erlöser-Kathedrale konnten bislang nicht identifiziert werden.

          Der Fall Pussy Riot hat die russische Gesellschaft tief gespalten. Die russisch-orthodoxe Kirche erklärte, die Musikerinnen hätten eine Anklage wegen ihrer „blasphemischen“ Tat verdient. Allerdings unterzeichneten auch Tausende Gläubige eine Petition, in der die Kirche zur Vergebung aufgerufen wird. Ende Juni schrieben mehr als Hundert russische Künstler und Intellektuelle einen offenen Brief, in dem sie die Regierung zur Freilassung der inhaftierten Musikerinnen aufriefen. Ihre bislang fünfmonatige Haft löste auch international Kritik aus.

          Amnesty International bezeichnete die Angeklagten am vergangenen Freitag als politische Häftlinge, „die einzig und allein wegen ihrer friedlichen Meinungsäußerung inhaftiert worden sind.“ Die Menschenrechtsorganisation forderte abermals ihre sofortige Freilassung.

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