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Unabhängigkeitserklärung : Puigdemont verschiebt Rede vor katalanischem Parlament

  • Aktualisiert am

Ein Mann trägt Ende September eine katalanische und eine Pro-Referendums-Fahne durch die Straßen von Barcelona. Bild: Reuters

Der katalanische Regionalpräsident Puigdemont will erst am Dienstag über die Folgen des Referendums sprechen. Madrid reagierte zunächst nicht auf den neuen Termin, schickte aber eine Entschuldigung nach Barcelona.

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          Kataloniens Separatisten wollen sich dem Druck aus Madrid nicht beugen. Regionalpräsident Carles Puigdemont will sich nun zwar erst am Dienstag vor dem Regionalparlament über die Folgen des Unabhängigkeitsreferendums äußern. Er verschob damit seine ursprünglich für Montag geplante Rede um einen Tag, wie ein Sprecher der Regionalregierung am Freitag in Barcelona mitteilte. Zuvor hatte das spanische Verfassungsgericht die für Montag geplante Parlamentssitzung untersagt.

          Vor den Regionalabgeordneten will Puigdemont das Endergebnis des Unabhängigkeitsreferendums vom vergangenen Sonntag präsentieren. Das Regionalparlament könnte anschließend die Unabhängigkeit Kataloniens ausrufen. Ob dies tatsächlich geplant ist, ließ Puigdemont zunächst offen. Dies sollte eigentlich in der nächsten Vollversammlung der Abgeordneten geschehen.

          Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy äußerte sich am Freitag zunächst nicht. Er hatte am Donnerstag Puigdemont dazu gedrängt, „größere Übel“ zu vermeiden und seine Unabhängigkeitspläne aufzugeben. Am Freitag sollte das Kabinett in Madrid zusammentreten. Erwartet wurde, dass dann über das weitere Vorgehen beraten wird.

          Unterdessen entschuldigte sich die Zentralregierung in Madrid für die Verletzten durch Polizeigewalt während des Unabhängigkeitsreferendums. Im Namen der Polizisten, die am Sonntag im Einsatz waren, entschuldige er sich, sagte der Vertreter der spanischen Regierung in Katalonien, Enric Millo, am Freitag dem Sender TV3. Bei Zusammenstößen mit der spanischen Polizei waren Hunderte Menschen verletzt worden.

          Am Sonntag hatte bei einem umstrittenen Referendum eine überwältigende Mehrheit der Katalanen für die Unabhängigkeit votiert, wobei die Wahlbeteiligung nur bei rund 40 Prozent lag. In Madrid begann unterdessen die Anhörung des Chefs der katalanischen Polizei, der Mossos, wegen des Vorwurfs der Revolte gegen den Staat.

          Die Unabhängigkeitsbestrebungen der wohlhabenden Region im Nordosten Spaniens haben das Land in seine schwerste Krise seit Jahrzehnten gestürzt. Die Zentralregierung in Madrid will eine Abspaltung Kataloniens verhindern, die Fronten sind verhärtet.

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