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Prozess in Burkina Faso : Mord am Che Guevara Afrikas

Der frühere Präsident von Burkina Faso, Thomas Sankara, im Februar 1986 in Paris Bild: Getty

Als Präsident reformierte Thomas Sankara Burkina Faso und schaffte teure Staatslimousinen ab. Nach Jahrzehnten soll nun ein Militärgericht das Attentat auf ihn aufklären.

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          Viele nennen ihn den „Che Guevara von Afrika“. Fast auf den Tag genau 34 Jahre ist es her, seit Thomas Sankara, der damalige Präsident in Burkina Faso, mit zwölf Begleitern in einem Kugelhagel erschossen wurde. Er war 37 Jahre alt, hatte den westafrikanischen Staat vier Jahre lang geführt und in dieser kurzen Zeit zahlreiche bahnbrechende Reformen umgesetzt. Begeisterte Anhänger, die ihn als Nationalhelden feiern, hat er bis heute, insbesondere unter jungen Burkinern. Sie hatten die Hoffnung zwischenzeitlich fast verloren, dass die Täter jemals zur Verantwortung gezogen werden.

          Claudia Bröll
          Freie Afrika-Korrespondentin mit Sitz in Kapstadt.

          Von diesem Montag an ist es so weit. Vor einem Militärgericht in der Hauptstadt Ouagadougou beginnt um 9 Uhr der Prozess mit 14 Angeklagten. Der Hauptangeklagte aber wird voraussichtlich auf der Anklagebank fehlen. Blaise Compaoré hatte nach dem Tod die Regierungsgeschäfte übernommen und war fast 30 Jahre lang Präsident, bis ihn Massenproteste gegen eine Verlängerung seiner Amtszeit 2014 zum Rücktritt und ins Exil in die Elfenbeinküste zwangen. Dort lebt der Siebzigjährige bis heute.

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