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Prozess im Libanon : „Kofferbomber“ verurteilt

  • Aktualisiert am

Im Gerichtssaal des Oberlandesgerichts Düsseldorf: Jussif al Haschdib Bild: dpa

Die beiden Männer, die im Juli 2006 versucht haben, Bombenanschläge auf zwei Regionalzüge in Köln zu verüben, sind in Beirut verurteilt worden. Der gleichzeitig in Düsseldorf vor Gericht stehende Youssef Mohamad El Haj Dib erhielt in Abwesenheit eine lebenslange Strafe. Sein Komplize Jihad Hamad wurde zu zwölf Jahren Haft verurteilt.

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          Ein libanesisches Strafgericht hat am Dienstag einen der beiden „Kofferbomber“ von Köln zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Jihad Hamad hatte gestanden, gemeinsam mit seinem Landsmann Youssef Mohamad El Haj Dib im Juli 2006 im Kölner Hauptbahnhof zwei Sprengsätze in Regionalzügen deponiert zu haben. Sein Anwalt kündigte an, er wolle in Berufung gehen.

          El Haj Dib wurde in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt, von denen er nach libanesischer Praxis bis zu 21 Jahren verbüßen müsste. Gegen ihn begann gleichzeitig am Dienstag der Prozess vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht. Der 23 Jahre alte Libanese muss sich wegen vielfachen versuchten Mordes verantworten.

          „Der Mann mit dem Trikot Nummer 13“

          Konstruktionsfehler hatten verhindert, dass die Bomben detonierten. Die Bundesanwaltschaft geht von einem islamistischen Hintergrund der Tat aus. Die Bomben seien „als Vergeltung für die Veröffentlichung der sogenannten Mohammed- Karikaturen“ gedacht gewesen, sagte der Bundesanwalt. Bei den Anschlägen auf die Regionalzüge hätten möglichst viele Menschen getötet werden sollen.

          Unmittelbar vor Beginn des Prozesses kündigte der Verteidiger von El Haj Dib ein Teilgeständnis seines Mandanten an. „Er wird einräumen, dass er der Mann mit dem Trikot Nummer 13 ist“, sagte Bernd Rosenkranz. Videoaufnahmen aus dem Bahnhof zeigen einen Mann in einem solchen Trikot mit einem Koffertrolley, in dem sich die Bombe befunden haben soll.

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