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Katalanischer Politiker Pujol : Bereichert wie die amerikanische Mafia

Rechtfertigt sich in einem Interviewbuch: der 91 Jahre alte frühere katalanische Regierungschef Jordi Pujol Bild: EPA-EFE

Jahrelang soll sein Sohn Taschen voller 500-Euro-Scheine nach Andorra gebracht haben. Jetzt kommen der frühere katalanische Regionalpräsident Jordi Pujol und seine Familie wegen Korruptionsverdachts vor Gericht.

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          Jordi Pujol kämpft um seinen Platz in der Geschichte. „Ich halte mich bereit für Gefängnis, Ruin und Tod, aber nicht für Unehre und öffentliche Schande“, sagt der 91 Jahre alte Katalane. Fast ein Vierteljahrhundert lang hat er Katalonien geprägt wie kein anderer Politiker. Bis 2003 stand er an der Spitze der Regionalregierung in Barcelona. „Ich habe das Recht zu sagen, dass es in meiner Geschichte etwas Positives gegeben hat“, schreibt er in seinem Interviewbuch, das erst vor wenigen Wochen erschienen ist. Doch nun wird die Justiz über ihn urteilen: Wie am vergangenen Mittwoch bekannt wurde, schickt der Oberste Strafgerichtshof Spaniens ihn und seine Familie auf die Anklagebank. Nur seiner Frau bleibt das Verfahren wegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche erspart. Sie ist an Alzheimer erkrankt.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Die Pujols, die einst zu den mächtigsten und reichsten Familien in Barcelona gehörten, sind nun als eine kriminelle Vereinigung angeklagt. Jordi Pujol, der in der Franco-Diktatur im Gefängnis saß, wird in Barcelona seitdem wie ein Aussätziger behandelt. Im Jahr 2014 hatte er zugegeben, dass seine Familie seit mehr als 30 Jahren ein Millionenvermögen auf Schwarzgeldkonten vorwiegend in Andorra angehäuft hatte. Pujol verzichtete in der Folge auf alle Ehrenämter, seine Pension und andere Privilegien. Zwei seiner Söhne wurden unter anderem wegen Schmiergeldzahlungen zu Freiheitsstrafen verurteilt.

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