https://www.faz.net/-gpf-80fip

Protestmarsch in Newcastle : Erste Pegida-Demo in England floppt

  • Aktualisiert am

Britische „Pegida“-Protestler am Samstag in Newcastle. Bild: AFP

Zum ersten Marsch des britischen Pegida-Ablegers sind nur 400 Menschen erschienen. Das sind halb so viele wie die Organisatoren erwartet hatten. Die Zahl der Gegendemonstranten war deutlich höher.

          2 Min.

          Bei der ersten Demonstration eines britischen Pegida-Ablegers sind am Samstag in Newcastle fünf Mal mehr Gegendemonstranten als Islam-Gegner erschienen. Etwa 375 Menschen waren dem Aufruf der Gruppe Pegida UK gefolgt, in der nordostenglischen Stadt gegen eine angebliche Islamisierung Europas zu demonstrieren. Etwa 2000 Gegendemonstranten stellten sich ihnen entgegen. Beide Demonstrationen seien ohne Probleme verlaufen, sagte Polizeisprecherin Laura Young.

          Nach Angaben der Polizei wurden allerdings fünf Männer festgenommen. Es wurde nicht mitgeteilt, ob es sich bei den Festgenommenen um Pegida-Anhänger oder Gegendemonstranten handelte. Ihnen wurden gewaltsame Übergriffe, Friedensbruch sowie Trunkenheit und Ruhestörung vorgeworfen.

          Pegida UK hatte laut ihrer Facebook-Seite mit 800 Teilnehmern gerechnet. Vor der Veranstaltung war die Zahl der Polizisten in der 280.000-Einwohner-Stadt Newcastle, wo am Samstag zudem ein Fußballspiel der englischen Premier League stattfand, aufgestockt worden.

          Eine Mitorganisatorin von Pegida UK, Donna Trainor, erklärte bei der Demonstration: „Wir wollen, dass die Regierung Dschihadisten und muslimische Extremisten von unseren Straßen verjagt.“ Ihr oberstes Ziel sei es, „die britischen Werte und unsere Kultur zu schützen“. Unter den Gegendemonstranten war der linke Politiker George Galloway. „Alle vernünftigen Leute in Großbritannien verurteilen die Idee, dass eine deutsche Nazi-Gruppe in den Nordosten Englands kommt, um zu versuchen, Unruhe zu stiften“, sagte er bei der Gegenkundgebung.

          Rund 170.000 Demonstranten in Deutschland

          Die anti-islamische deutsche Pegida-Bewegung hat bereits in mehreren europäischen Ländern Nachahmer gefunden. Diese konnten aber nicht annähernd so viele Menschen für ihre Proteste mobilisieren wie die Organisatoren in Deutschland. Hierzulande beteiligten sich nach Behördenangaben seit Oktober vergangenen Jahres insgesamt rund 170.000 Menschen an den anti-islamischen Demonstrationen, die meisten davon in Ostdeutschland. Die Pegida-Demonstrationen in Deutschland erreichten am 12. Januar mit 25.000 Teilnehmern in Dresden ihren Höhepunkt. In den meisten deutschen Städten war die Zahl der Gegendemonstranten stets höher als die Zahl der Pegida-Demonstranten.

          In Großbritannien hatte es im Jahr 2013 mehrere Demonstrationen der anti-islamischen Gruppe English Defence League gegeben. Diese endeten meist in Zusammenstößen mit antifaschistischen Gegendemonstranten. Die Gruppe hat jedoch seit dem Rücktritt ihres Vorsitzenden Tommy Robinson im Oktober an Zulauf verloren. Robinson hatte seinen Rücktritt mit den lauter werdenden extremistischen Strömungen in der English Defence League begründet.

          Weitere Themen

          Judenhass ist längst wieder salonfähig Video-Seite öffnen

          Charlotte Knobloch : Judenhass ist längst wieder salonfähig

          Die Holocaust-Überlebende Charlotte Knobloch hat im Bundestag vor heutigen Rechtsextremisten gewarnt. Der Bundestag gedenkt an diesem Mittwoch zum 26. Mal der Opfer des Nationalsozialismus.

          Topmeldungen

          Republikaner und Trump : Nicht gegen das Idol der Basis

          Auch aus diesem Amtsenthebungsverfahren wird Donald Trump mutmaßlich als Triumphator hervorgehen. Die Republikaner sind noch lange nicht enttrumpifiziert – zu groß ist die Angst vor dem Zorn seiner Anhänger.
          Machen sich das Leben auch nicht gerade einfach: Connell (Paul Mescal) und Marianne (Daisy Edgar-Jones) als „Normal People“

          Beziehungskolumne : Warum wir gemein sind, wenn wir lieben

          Woran liegt es, dass man seine Partner oft boshafter behandelt als andere Menschen, die einem viel weniger bedeuten? Eine soziologische Spurensuche in der Beziehungskolumne „Ich. Du. Er. Sie. Es.“
          An seinem Handeln und seinen Argumenten wird sich der zweite katholische Präsident messen lassen müssen. Joe Biden bei einem Besuch der afrikanisch methodistischen episkopalen Bethel AME Kirche.

          Vereinigte Staaten : Glaubensbruder Joe Biden

          Joe Biden als Ire und Katholik: Von welcher Art ist der Glauben des amerikanischen Präsidenten? Schon die Ansprache zur Amtseinführung gibt Hinweise. Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.